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Dieses Thema hat 175 Antworten
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 Österreichische Politik
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Gray Offline

Theophor


Beiträge: 2.786
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25.10.2011 20:50
#106 RE: Studentenproteste antworten

Hahaha, war nur eine Frage der Zeit, bis die Studiengebühren wieder zurückkommen. Ist eh unausweichlich, und ich finds auch gut. Ich mein mich tangierts ja nicht, weil ich ja in Passau sowieso 500 eur im Semester zahl - und ich sag; es zahlt sich sowas von aus. Die Studienatmosphäre ist so viel professioneller hier, bei Studiengebühren überwiegen meiner Meinung nach die Vorteile. Erstens gibt es hier viiel weniger "mal schaun"-Studenten (denn wer zahlt schon 500 eur, um "mal zu schaun"?), zweitens sind wir einfach viel besser ausgerüstet (bis auf zeitweise Tonausfälle bei den Videoübertragungen), drittens gibts hier unendlich viele gratis Zusatzangebote, die man einfach so machen kann, und natürlich die ganzen Übungen etc. Studiengebühren empfinde ich als Segen, nicht als Fluch, in jeder Hinsicht.

Und 500-1000 EUR im Semester sind überhaupt nicht "absurd hoch" - zwar realistisch, aber im Vergleich nicht hoch. In England zahlst zwischen 5000-10 000 GBP, in Amerika fängts bei 30 000 USD an. Sowas wirkt sich auch dahingehend aus, dass diese Unis ihren Studenten noch viel umfassenderen Service bieten und ein international hochkarätiges Ansehen genießen.
Auch wenn viele das bestreiten - ein Fehlen von Studiengebühren wirkt sich zwangsläufig merklich negativ auf die Qualität der Unis aus; das sag ich als jemand, der den direkten Vergleich von 3 Universitäten aus 2 Ländern hat. Die WU hat das halt so gelöst, dass sie sich jetzt einem Prozent der Studenten (der "Top League") besonders widmen, die sie dann als ihre Musterknaben präsentieren können, während der Rest des "Pöbels" im Sumpf schwimmt.

Die Studenten mit ihren ewigen Protesten gehen mir auch schon am Arsch. Jeder will immer alles haben, aber wenns ums Zahlen geht, räumen alle den Tisch. Bei Studiengebühren von 1000 EUR jährlich müsste man einen Kredit von lächerlichen 4000 EUR aufnehmen, um einen Bachelor zu finanzieren - das ist GAR NIX (zumal es vergünstigte Studentenkredite gibt, oder umgekehrte Finanzierungsverfahren, wo man keine Zinsen zahlt) - zum Vergleich; private MBAs kosten so MINIMAL 10 000-20 000 EUR, meist duetlich mehr. In Amerika ist es gang und gebe, Kredite von 100 000-200 000 USD aufzunehmen, um sich seine akademische Ausbildung zu finanzieren. Scheiß verweichlichte Europäer. Wem seine Ausbildung DAS nicht wert ist, der soll hackeln gehn.

Denn die JuLis haben schon Recht, wenn sie schreiben (in Wien gelesen): Was nichts kostet, ist auch nichts wert.

Zitat von Kirk
Studiengebühren von 700€ oder mehr würden mich hart treffen und würden mich verdammt sauer machen.

Dich würd's ohnehin nicht betreffen.


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Kirk Offline

Theophor


Beiträge: 1.486
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26.10.2011 11:34
#107 RE: Studentenproteste antworten

Zitat
Edit: 700 Euro Studiengebühren? Wer redet von einer so absurd hohen Summe?


Dann sag mir doch bitte, wie hoch die Gebühren wirklich sein könnten! Ich habe diese Zahl ja nur irgendwo aufgeschnappt. Wenn ihr mehr wisst, dann nur raus mit der Sprache!

Zitat
Ich geb am WE ab und zu Nachhilfe. 30 Euro für 1,5 Stunden is ned schlecht.


Das habe ich mir natürlich auch überlegt, nur fühle ich mich leider nicht dazu im Stande, Deutsch ausgenommen, irgendein Hauptfach auf Maturaniveau zu unterrichten. Die meisten suchen aber eben einen Nachhilfelehrer für die lezten Klassen der Oberstufe, HAK, oder HTL. Ich könnte natürlich Kinder unterrichten, aber ich hab schon gesehen, dass da weniger rausspringt. Anfragen im Internet bieten meist nicht mehr als 8 bis 10€, was für Nachhilfe recht wenig ist finde ich. Ich muss ja auch hinfahren und mich darauf vorbereiten.

Zitat
Hahaha, war nur eine Frage der Zeit, bis die Studiengebühren wieder zurückkommen. Ist eh unausweichlich, und ich finds auch gut.

Ich habs auch schon kommen gesehen, aber für unausweichlich halte ich es nicht. Unser System ist weithin als sozial bekannt, was beeinhaltet, dass an einem Ort mehr Steuer einbehoben werden können um sie anderer Orts wieder zu investieren. Das ist möglich, wenn man seine Prioritäten dementsprechend setzt, aber Bildung ist in Österreich offensichtlich nicht so wichtig. (Könnte ja die Leute zum Nachdenken bringen, und da kommens womöglich noch auf dumme Gedanken)

Zitat
In Amerika ist es gang und gebe, Kredite von 100 000-200 000 USD aufzunehmen, um sich seine akademische Ausbildung zu finanzieren. Scheiß verweichlichte Europäer.


Es wäre jetzt wirklich interessant zu wissen, wie groß der Anteil von Akademikern in der amerikanischen Bevölkerung ist. Ich schätze, deutlich niedriger als in Europa, wir sind ja auch nicht ganz so blöd und fanatisch. Es ist jedenfalls klar, dass man von einem Studium abgeschreckt wird, wenn man sich dafür hoch verschulden muss. Zum einen steigt man ohnehin schon viel später ins Berufsleben ein, zum anderen hat man dann auch noch Schulden. Was, wenn man dann etwas studieren wollte, dass einem kein Gehalt von 10 000€ oder noch viel mehr, einbringt? Ganz einfach, man wird darauf scheißen.
In Österreich müssten wir uns bei Studiengebühren in einer Höhe von 500 bis 1000€ natürlich nicht maßlos verschulden, aber dennoch kann ich es einfach nicht verstehen, warum eben die Leute, die einst die Spitze unseres Landes bilden sollen, sich den Arsch aufreißen, unter der Woche studieren, am Wochenende hackln und in abgefuckten Heimen wohnen müssen? Versteh mich nicht falsch, das würde und werde natürlich tun, aber ob am Ende mehr verdiene als ein besserer Facharbeiter, daür habe ich keine Garantie, einfach, weil ich halt nicht Ius oder BWL studiere. Nur ist es erstrebenswert, dass alle nur mehr das studieren, weil sich der Rest die Mühe gar nicht wert ist?

Zitat
Dich würd's ohnehin nicht betreffen.

Warum nicht?

Zitat
Was nichts kostet, ist auch nichts wert.

Der Spruch kann unmöglich wirklich ihrer Meinung entsprechen. Das ist eine überspietzte Formulierung, die eine Grundstimmung in Politik und Gesellschaft wiedergibt. Aber der Satz an sich stimmt natürlich nicht, was den meisten eh klar sein wird.


Wie gut klingen schlechte Musik und schlechte Gründe, wenn man auf einen Feind los marschiert!
Friedrich Nietzsche - Morgenröthe

Hitti Offline

Theophor


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26.10.2011 13:52
#108 RE: Studentenproteste antworten

Zitat

Zitat
Dich würd's ohnehin nicht betreffen.


Warum nicht?



Beziehst du Studienbeihilfe? Wer Studienbeihilfe bezieht, muss selbstverständlich keine Studiengebühren bezahlen. Das gilt beispielsweise für mich.

Zitat
Dann sag mir doch bitte, wie hoch die Gebühren wirklich sein könnten! Ich habe diese Zahl ja nur irgendwo aufgeschnappt. Wenn ihr mehr wisst, dann nur raus mit der Sprache!


Keine Ahnung, früher warns doch mal zwischen 300 und 400 Euro, oder? Von der Frage abgesehen, ob es überhaupt Studiengebühren geben sollte, is das eine vernünftige Gebühr. Man muss es ja nicht übertreiben.

Zitat
private MBAs kosten so MINIMAL 10 000-20 000 EUR, meist duetlich mehr. In Amerika ist es gang und gebe, Kredite von 100 000-200 000 USD aufzunehmen, um sich seine akademische Ausbildung zu finanzieren.


Was ich davon halte, kann man sich wohl denken. Kirk hat eh schon angedeutet, dass dadurch wohl weniger Fächer studiert werden, mit deren Abschluss man kein Vermögen verdienen kann. Und ich bin der Meinung, dass sich das auf die kulturelle und ethische Entwicklung der USA ausgewirkt hat; ein Grund, weshalb ich diesen Staat als Dritte-Welt Land mit technologischem Fortschritt ansehe.


Edit:

Zitat
Und 500-1000 EUR im Semester sind überhaupt nicht "absurd hoch"


700 Euro finde ich absurd hoch in Anbetracht der Tatsache, dass die ideale Möglichkeit, ganz ohne Studiengebühren auskommen zu können, nicht nur theoretisch sondern auch praktisch in Erwägung gezogen wurde. Dass das im internationalen Vergleich nicht so sein mag, ist klar, aber dazu habe ich mich oben bereits geäußert.


"Was ich weiß, kann jeder wissen. Mein Herz hab' ich allein."
-J.W.Goethe

Kirk Offline

Theophor


Beiträge: 1.486
Punkte: 1.502

26.10.2011 15:14
#109 RE: Studentenproteste antworten

Ja, ich beziehe 150€ Studienbeihilfe. Wenn mir dann Gebühren erspart bleiben, so ist mir die Aufregung natürlich etwas genommen, es ändert aber nichts an meinem Standpunkt, der sehr gut mit deinem übereinstimmt, Hitti.


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Gray Offline

Theophor


Beiträge: 2.786
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26.10.2011 15:38
#110 RE: Studentenproteste antworten

Zitat
Beziehst du Studienbeihilfe? Wer Studienbeihilfe bezieht, muss selbstverständlich keine Studiengebühren bezahlen. Das gilt beispielsweise für mich.


Das ist nicht ganz korrekt. Richtig ist, dass in fast allen Ländern rund um uns rum Leute, die spezielle Beihilfen beziehen, keine Studiengebühren zahlen (zum. nicht an öffentlichen Unis). Wenn man aber den Unis grünes Licht dafür gibt, selbst Studiengebühren einzuheben, können die auch sagen: "Es is mir wurscht, was du beziehst, du zahlst oder du bist draußen". Ist nur eine theoretische Möglichkeit, und sehr unwahrscheinlich. An einer Uni so groß wie die Uni Wien wird so etwas kaum passieren.

Zitat
Wenn ihr mehr wisst, dann nur raus mit der Sprache!

Ich weiß nix, aber ich mutmaße gerne. Die Studiengebühren werden minimal um die 200 und maximal um die 700 EUR betragen. Wahrscheinlich zw. 300-500 eur.

Zitat
dennoch kann ich es einfach nicht verstehen, warum eben die Leute, die einst die Spitze unseres Landes bilden sollen, sich den Arsch aufreißen, unter der Woche studieren, am Wochenende hackln und in abgefuckten Heimen wohnen müssen?

Sollten die Leute, die später "die Spitze unseres Landes bilden" werden (was auch immer das heißt) lieber alles hinterhergetragen kriegen? Ausbildung kostet Geld, das ist einfach so. Irgendjemand muss die zahlen. In eurem derzeitigen System ist das der allgemeine Steuerzahler - unabhängig davon, ob er studiert oder nicht.

Das heißt JEDER Mensch zahlt für die Studenten, egal, ob er was davon hat (weil seine Kinder selbst studiern) oder nicht. Ist das fair? Oder wäre es fairer, wenn nur die Leute zahlen, die auch wirklich studieren? Man muss ja kein System nach amerikanischem Vorbild einführen, aber Studiengebühren um 500-1000 EUR täten den österreichischen Unis sicher gut.
Ich bin generell dafür, dass man die Studiengebühren hochfährt und dafür auch viel mehr Stipendien ausschreibt, also RICHTIG viele Stipendien. So unterstützt man diejenigen, die auch wirklich Leistung zeigen zusätzlich. So wird das in Amerika auch gemacht. Ich selbst hoff auf ein amerikanisches Stipendium nach meinem 1. StEX (als Ausländer kriegt man das auch leichter zum Glück).

Zitat
Nur ist es erstrebenswert, dass alle nur mehr das studieren, weil sich der Rest die Mühe gar nicht wert ist?

Nehmen wir Amerika als Vergleich her. Dort gibt es einige (staatliche) Unis, wo du tuition fees von "nur" 9000 USD im Jahr bezahlst (also etwa ein Drittel bis ein Sechstel der normalen Gebühren). Wenn du unbedingt Vergleichende Literaturwissenschaften studieren willst, kannst du ja dorthin gehen, muss ja dazu nicht Harvard sein. Nur wird ein Jurist, ein BWL, oder ein sonstiger "Karrierestudent" - sofern er nicht einen eigenen Plan hat - eher versuchen, nach Yale, Harvard, Stanford, Columbia zu kommen. Kann er auch, wenn ihm sein Studium das wert ist.

Ich sehe einfach absolut keinen Grund, warum ein Studium gratis sein sollte. Gar keinen.


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Hitti Offline

Theophor


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26.10.2011 17:30
#111 RE: Studentenproteste antworten

Zitat
Wenn man aber den Unis grünes Licht dafür gibt, selbst Studiengebühren einzuheben, können die auch sagen: "Es is mir wurscht, was du beziehst, du zahlst oder du bist draußen".


Ja, aber dem entsprechend, was ich in den letzten Tagen in der Zeitung gelesen habe, wird diese Studiengebührenanarchie sicher ned eintreten.

Zitat
Das heißt JEDER Mensch zahlt für die Studenten, egal, ob er was davon hat (weil seine Kinder selbst studiern) oder nicht. Ist das fair?


Ich sage: Ja. Gibt es in einem Land viele Studenten und ein hohes Bildungsniveau, so hat indirekt jeder etwas davon; ob wir nun von einer Verbesserung ökonomischer Verhältnisse sprechen, von technologischen Innovationen oder von gut ausgebildeten Führungskräften bzw. Politikern. Eine hohe Akademikerquote erhöht die Lebensqualität und korreliert mit positiven Lebensumständen für die Gesamtbevölkerung, das lässt sich in vielen Staaten beobachten.

An Beispielen:
Du sprichst von hohen Studiengebühren in den USA, doch wie die Lebensqualität, das Gesundheits- und Rechtssystem und die allgemeine (nicht nur akademische) Bildungssituation dort ist, weiß jeder von uns.
In Skandinavien gibt es keine Studiengebühren. Dass dort in vielen Hinsichten die Sonne lacht, weiß auch jeder von uns.

Ich bin im Übrigen nicht totaler Verfechter von Studiengebührenfreiheit. Ich will nur zeigen, dass es definitiv das Ideal ist, und dass man Studiengebühren nur dann und nur in entsprechender Höhe einführen sollte, wenn es wirklich notwendig ist. Mit derselben Begründung, mit der man argumentativ fundiert, weshalb Bildung in höheren, öffentlichen Schulen nicht kostenpflichtig sein soll, kann man zeigen, dass man das auch für Universitäten geltend haben will, und für sämtliche anderen Formen der Ausbildung.


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-J.W.Goethe

Sassa Offline

Theophor


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26.10.2011 17:35
#112 RE: Studentenproteste antworten

Und ich seh keinen Grund darin, für meine Kinder ab deren Geburt einen Kredit aufnehmen zu müssen, nur um ihnen später ein Studium zu ermöglichen, dass vielleicht einem mittelmäßigen Standard entspricht (worst case).

Hast du schon mal mit amerikanischen Studenten gesprochen? Denen scheint nicht unbedingt die Sonne aus dem Arsch, weil sie stinkreiche Eltern haben, die ihnen alles finanzieren. Die meisten verschulden sich selbst hoch/zu hoch. Und nicht jedem Mediziner oder Juristen scheißt ein Esel täglich Gold aufn Tisch. Die Mehrheit zahlt ihr Studium viel zu lange mit zu hohen Raten ab und führt ein scheiss Leben.

Wenns denen selbst nicht so geht, dann gehts den Eltern so.

Das führt dazu, dass nur wenige sich sowas antun. Übrig bleibt ne Elite. Natürlich ist es nicht schlecht, wenn es perfekt ausgebildete Leute gibt, die viel für ihr Land leisten können und auch viel verdienen, aber das sieht man nicht so, wenn man selbst auf der Strecke bleibt.

Und das ist ja das Problem, das alle haben: Sie vergleichen mit anderen Ländern und bekommen die Krise.


Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten.- Karl Kraus

Gray Offline

Theophor


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26.10.2011 17:52
#113 RE: Studentenproteste antworten

Es gibt ja auch etwas zwischen "keine Studiengebühren" und "amerikanische Studiengebühren".

England z.B. hat welche der besten Universitäten der Welt (Cambridge sogar die beste weltweit 2010, vor Harvard & co, link), und die dürfen maximal 9000 GBP im Jahr verlangen, entspricht etwa 5000 EUR im Semester. Finanziell benachteiligte zahlen 6000 GBP (etwa 3500 EUR pro Semester). Für einen Bachelor an der besten Uni der Welt 30 000 bis 40 000 (respektive 20 000 - 27 000) EUR zu investieren halte ich nicht für gefehlt.

Dabei braucht es auch gar nicht soviel - ich denke, 2000 EUR im Jahr können je nach Studienfach (bei Naturwissenschaften müssten es wohl naturgemäß mehr sein) absolut ausreichen, um perfekte Verhältnisse für Studenten zu schaffen und eine Uni unter die besten zu bringen. 500 EUR im Semester halte ich allgemein für sinnvoll und fair - das kann sich wirklich JEDER leisten, wenn ihm seine Ausbildung ein bissl was wert ist, und die Uni kann eine gute Atmosphäre für die Studierenden schaffen (so wie bei uns in PA). Wer meint, so eine Summe ist nicht gerechtfertigt, dem ist einfach seine Ausbildung zu wenig wert, zack peng.


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Hitti Offline

Theophor


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26.10.2011 18:31
#114 RE: Studentenproteste antworten

Ich fühl mich irgendwie übergangen.^^


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-J.W.Goethe

Gray Offline

Theophor


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26.10.2011 19:56
#115 RE: Studentenproteste antworten

Zitat
Ich sage: Ja. Gibt es in einem Land viele Studenten und ein hohes Bildungsniveau, so hat indirekt jeder etwas davon; ob wir nun von einer Verbesserung ökonomischer Verhältnisse sprechen, von technologischen Innovationen oder von gut ausgebildeten Führungskräften bzw. Politikern.


Dir is aber schon klar, dass die Öffentlichkeit ohnehin einen Großteil der Universitätskosten trägt, neben privaten Partnern der Universitäten? Die Studiengebühren, die von den Studenten entrichtet werden, würden nie, nie, nie und nimmer reichen, um eine Universität am Laufen zu halten. Und je mehr sich eine Universität an private/öffentliche Partner halten muss, desto unfreier wird sie, z.B. in Sachen Forschung. Je mehr Studiengebühren sie einnimmt, desto freier und unbeschwerter kann sie sich bewegen.

D.h. der Steuerzahler finanziert sowieso mit. Aber wieso soll er ALLES tragen? Die Studenten verdienen schließlich nachher das Geld.


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Hitti Offline

Theophor


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26.10.2011 20:19
#116 RE: Studentenproteste antworten

Natürlich is mir klar, dass 360 Euro pro Student nicht reichen, um Universitäten am Laufen zu halten. Wenn die Öffentlichkeit aber ohnehin und sowieso Kosten tragen muss, dann is die Frage, ob das fair ist (meine Antwort siehe oben), unabhängig von der Frage, ob die Studiengebühr sinnvoll ist.
Schlussendlich steht man daher dann vor der Frage, ob es richtig ist, wenn Studenten einen Teil der Kosten ihrer Ausbildung selbst tragen. Dazu verweis ich nochmals auf meinen obigen Beitrag, vor allem auf den letzten Satz. Hab übrigens vorher auch gerade einen Blogeintrag dazu verfasst. http://nachtliteratur.wordpress.com/2011...tudiengebuhren/

Zitat
Die Studenten verdienen schließlich nachher das Geld.


Ich finde nicht, dass das die richtige Sichtweise ist. Eine Arbeitskraft (nicht nur mit akademischen Abschluss) gibt der Wirtschaft im Laufe seiner Karriere in Form seiner Leistung ein Vielfaches von dem zurück, was ihre Ausbildung gekostet hat. Ich möchte übrigens auf den Beitrag von Sarah verweisen, was die finanzielle Stellung von Akademikern in Staaten betrifft, in denen die Studiengebühren exorbitant sind. Jahrelange Verschuldung ist das Stichwort.


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-J.W.Goethe

Gray Offline

Theophor


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26.10.2011 20:32
#117 RE: Studentenproteste antworten

Nochmal meine Frage: Was gibt es für einen triftigen Grund, Studiengebühren nicht einzuführen? Ausgehend von den Gebühren, die wir für Österreich erwarten können.


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Hitti Offline

Theophor


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26.10.2011 21:25
#118 RE: Studentenproteste antworten

Öffentliche Universitäten liefern Ausbildungszugang für jedermann. Die einzige sinnvolle Voraussetzung dafür ist meiner Ansicht nach die Matura (genauso, wie die Voraussetzung dafür der positive Abschluss der Schullaufbahn ist). Ich stimme mit dir überein, dass die Studiengebühr in einem gewissen Rahmen für jeden erschwinglich ist, und sollte es Studenten geben, bei denen dies nicht so ist, so kann man sie gewiss auf irgendeine Weise davon befreien. Es geht mir also nicht darum, dass ich glaube, dass Studiengebühr, wie wir sie für Österreich erwarten können, jemanden vom Bildungszugang ausschließen würden. Jedoch wäre dies wohl auch nicht der Fall, wenn man dementsprechend geringe Gebühren für den Besuch einer öffentlichen HTL fordern würde. Dennoch wird dies nicht getan. Wieso nicht? Weil die Schulausbildung als öffentliche, staatliche Dienstleistung angesehen wird, die die Zukunft unserer Kultur sichert und deshalb aus ethischen, ideellen, prinzipiellen Gründen von allen, und nicht nur von dem, der sie in Anspruch nimmt, finanziert werden soll. Weil von Menschen, die sich in der Ausbildung befinden, ungern Geld verlangt wird, das sie erst dann wirklich verdienen können, wenn sie eben diese Ausbildung abgeschlossen haben.

Studiengebührenfreiheit ist in diesem Sinne ein Ideal. Siehe dazu auch meinen Blogeintrag.


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stahlwollvieh Offline

Emofaggot


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Punkte: 2.203

27.10.2011 14:49
#119 RE: Studentenproteste antworten

Zitat
und die dürfen maximal 9000 GBP im Jahr verlangen, entspricht etwa 5000 EUR im Semester

Du weißt schon, dass GBP=/=USD und GBP>EUR oder...?^^
9k GBP sind nach aktuellem Kurs ca. 10,3k EUR.

Hitti Offline

Theophor


Beiträge: 1.042
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27.10.2011 16:21
#120 RE: Studentenproteste antworten

Fail Wolfi, lies nochmal genau.^^


"Was ich weiß, kann jeder wissen. Mein Herz hab' ich allein."
-J.W.Goethe

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