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Dieses Thema hat 110 Antworten
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 Feder & Papier
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Sassa Offline

Theophor


Beiträge: 1.935
Punkte: 1.954

09.06.2009 13:27
#31 RE: Kreative Texte antworten

Ok, aber erst geh ich mal aufs Klo und dann sehen wir weiter! afk^^


Das einzige, was man von einem Menschen wissen soll, ist es, ob er unsere Gedanken fruchtbar macht. Es sollte keine andere Menschenkenntnis geben als diese.

stahlwollvieh Offline

Emofaggot


Beiträge: 2.155
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09.06.2009 17:25
#32 RE: Kreative Texte antworten

Jaja, *spamspamspam*, eh klar, aber Hauptsache, über mich motzen alle! ^^


Christianity: The belief that some cosmic Jewish zombie can make you live forever if you symbolically eat his flesh and telepathically tell him that you accept him as your master, so he can remove an evil force from your soul that is present in humanity because a rib-woman was convinced by a talking snake to eat from a magical tree.
Makes perfect sense.

Sassa Offline

Theophor


Beiträge: 1.935
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09.06.2009 22:16
#33 RE: Kreative Texte antworten
In Antwort auf:
Da war er, der Pfiff, das Signal, auf das wir alle gewartet hatten. Überall rund um mich krochen sie aus den Gräben, all jene Todgeweihten. Über mir hörte ich Maschinengewehrsalven und die Schreie der Verwundeten, Sterbenden. Doch alles erschien mir unwirklich, beinahe, als würde das ganze Geschehen von jemand anderem durch meine Augen beobachtet.
Ein anderer Soldat riss mich schließlich aus meiner Betäubung, indem er mir irgendetwas Unverständliches entgegenschrie, und mir deutete, ich solle gefälligst auch hinausklettern. Langsam und tollpatschig, als würde ich als Außenstehender meinen Körper steuern, kletterte ich hinaus.
Oben angekommen verschaffte ich mir einen Überblick über die ganze unangenehme Situation. Im Umkreis von ein paar hundert (schreibt man klein?) Metern lagen meine Kameraden schreiend, blutend, sterbend im Schlamm, sofern sie noch nicht tot waren(sterbend-sofern sie noch nicht tot waren- klingt weird) – Warum berührte mich all dies so wenig?
Eine verirrte Kugel streifte meinen Arm, zerfetzte meinen Ärmel und hinterließ eine blutige Spur in meiner Haut. Der Schmerz schien irgendwie auch (wieso auch?was noch?) meinen eingebildeten Schutzschild zu zerstören, der mich bisher vor dem Begreifen bewahrt hatte. Mit einem Mal drang die Szenerie in ihrer ganzen Grauenhaftigkeit und Abscheulichkeit auf mich ein. Rund um mich starben Menschen – keine gesichts- und gefühllosen fremdartigen Wesen, sondern Menschen mit ihren ganz persönlichen Leben, Leidenschaften und Lastern.
Aus irgendeinem Grund traf mich diese triviale, aber entsetzliche Erkenntnis wie ein Schlag in die Magengrube. Alles, was ich wollte, war, mich zu übergeben - und (mit den anderen?)zu sterben, um nicht weiter dieses so unglaublich belastende Wissen mit mir herumtragen zu müssen. Warum war ich der Einzige, der tatenlos herumstand, während rund um mich Menschen einander gnadenlos abschlachteten? Weil ich mir als Einziger diese Schwäche geleistet hatte, darüber nachzudenken. Ich wollte mein Entsetzen betäuben, einfach ein Teil werden jener mordenden und sterbenden Masse, die sich von jeglichen Formen menschlichen Denkens und Leidens verabschiedet zu haben schien. So packte ich mein Gewehr und stürzte mich voll Todesverachtung (grad wollte er noch sterben?) in die Schlacht.
Ohne es wirklich zu bemerken begann ich zu brüllen wie ein verwundeter Stier, während ich, Tod und Vernichtung säend, mir meinen Weg an die Front bahnte, wobei ich Freund und Feind gleichermaßen mit meinem Kugelhagel eindeckte, wurde zu einer Tötungsmaschine, weder lebendig, noch tot, die einfach nur danach trachtete, jegliches Leben, ihr eigenes eingeschlossen (oben steht doch was von Todesverachtung?), zu vernichten. Ich bemerkte kaum, wie eine Kugel in meine Hüfte eindrang, während ich meiner neuen Bestimmung nachkam. Doch auch unter meinen ehemaligen Gefährten war mein Amoklauf nicht unbemerkt geblieben, so daß manche von ihnen es nun für sicherer befanden, dieses Risiko auszuschalten. Ich kam ins Stolpern, als die Erste Kugel von hinten meine Schulter durchschlug. Es hob mich von den Füßen, als mindestens eine MG-Salve meinen Rücken zerschmetterte und mich mit dem Gesicht voran in einen Stacheldrahtzaun warf.
Nun hänge ich hier, in einem verwunschenen Dornengestrüpp aus Stahl; aus meinem zerstörten Auge, durchbohrt von einem Dorn, und aus meinem zerschossenen Rücken sickert der wertvolle Lebenssaft, benetzt das Gras, vermengt sich mit dem Schlamm, rote Schlieren hinterlassend.
Ich fühle, wie mein Gesicht langsam von den stählernen Stachel aufgerissen wird, und sich meine Lungen mit Blut füllen, das ebensogut flüssiges Feuer sein könnte, doch zum Husten fehlt mir bereits die Kraft.
Hieß es nicht, kurz vor dem Tod sähe man noch einmal sein ganzes Leben vor seinem inneren Auge vorbeiziehen…? Alles, was ich sehe, ist der Tod und die Vernichtung, die sich rings um mich ausbreiten. Junge Burschen, kaum trocken hinter den Ohren, verenden mit zerschossenem Unterleib (Leib?) in einem Meer aus Blut, Schlamm und toten Leibern (scho wieder Leib!); zu denen sich bald ein weiterer gesellen wird. Ich spüre, wie die Kraft mich verläßt, bin froh, diesen Höllenpfuhl nicht mehr lange vor Augen haben zu müssen, doch die wenigen Sekunden, vielleicht Minuten, die mir noch bleiben, erscheinen wie Jahre, jedes Detail wird von meinem Gehirn in grausam peinlicher Genauigkeit dokumentiert – bis, endlich, eine verirrte Kugel in meinen Kopf eindringt und diesen Alptraum gnädig beendet.
Meine malträtierte Lunge entleert sich zum letzten Mal, in bestem Einvernehmen mit meiner Blase und meinem Enddarm, meine Augen werden glasig.
In der Hoffnung, sie nie wieder sehen zu müssen, sage ich dieser Welt Lebewohl.


Also fett gedruckt die Wörter, die ich weglassen oder ändern würd. In Klammern ein paar Kommentare von mir. Es steht dir frei, sie zu ignorieren ;-)


Das einzige, was man von einem Menschen wissen soll, ist es, ob er unsere Gedanken fruchtbar macht. Es sollte keine andere Menschenkenntnis geben als diese.

stahlwollvieh Offline

Emofaggot


Beiträge: 2.155
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10.06.2009 08:18
#34 RE: Kreative Texte antworten

In Antwort auf:
Google-Anzeigen
Wildpinkeln Versenkbare Urinale Neu in Deutschland - http://www.urilift.de

Was macht dieser Scheiß hier...?
Hmmm... Im großen und ganzen kann ich dir zustimmen, was die schwächelnden Stellen betrifft; aber wie genau meinst du
In Antwort auf:
(sterbend-sofern sie noch nicht tot waren- klingt weird)
Ich mein, irgendwie passts von der Struktur nicht 100%ig in den Satz... Naja, hast schon recht, das kann man wohl getrost weglassen, hört sich dann besser an.
Wenn ich mal Zeit habe, irgendwann nach der Matura, werd ich das wohl noch mal überarbeiten...


Christianity: The belief that some cosmic Jewish zombie can make you live forever if you symbolically eat his flesh and telepathically tell him that you accept him as your master, so he can remove an evil force from your soul that is present in humanity because a rib-woman was convinced by a talking snake to eat from a magical tree.
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Sassa Offline

Theophor


Beiträge: 1.935
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10.06.2009 14:58
#35 RE: Kreative Texte antworten

Naja, man kann doch nur sterben, wenn man noch nicht tot ist oder? ^^ Das meinte ich.
Also ist es unnötig zu erwähnen, dass sie eh noch nicht tot sind.

Ich kann diese google-Anzeigen schon nicht mehr sehen... du bist pöhse!


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stahlwollvieh Offline

Emofaggot


Beiträge: 2.155
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10.06.2009 15:10
#36 RE: Kreative Texte antworten
In Antwort auf:
Naja, man kann doch nur sterben, wenn man noch nicht tot ist oder?
Moment ma', muss noch mal nachlesen... dumdideldei...
Ja, klar, aber es kann ja sein, dass sie da mal eben chillig herumliegen und ein Picknick halten, oder? Dann sind sie noch nicht tot und sterben tun sie auch nicht! :P
In Antwort auf:
Ich kann diese google-Anzeigen schon nicht mehr sehen... du bist pöhse!
Tut mir leid, ich war grad nur völlig perplex, ich mein: was soll dieser Scheiß von wegen "Wildpinkeln - Versenkbare Urinale" oder so hier...?


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Hitti Offline

Theophor


Beiträge: 1.042
Punkte: 1.130

10.06.2009 15:12
#37 RE: Kreative Texte antworten

In Antwort auf:
Im Umkreis von ein paar hundert Metern lagen meine Kameraden schreiend, blutend, sterbend oder [bereits] tot im Schlamm. Warum berührte mich all dies so wenig?

So in etwa würd ichs schreiben. Den Tod würde ich in diesen Satz schon reinbringen.


Nicht Sieg sollte der Sinn einer Diskussion sein, sondern Gewinn.

stahlwollvieh Offline

Emofaggot


Beiträge: 2.155
Punkte: 2.203

10.06.2009 15:41
#38 RE: Kreative Texte antworten

In Antwort auf:
sterbend oder [bereits] tot
Das ist nett, gefällt mir!
Danke!
Endlich wieder mal was los hier... ^^


Christianity: The belief that some cosmic Jewish zombie can make you live forever if you symbolically eat his flesh and telepathically tell him that you accept him as your master, so he can remove an evil force from your soul that is present in humanity because a rib-woman was convinced by a talking snake to eat from a magical tree.
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Sassa Offline

Theophor


Beiträge: 1.935
Punkte: 1.954

10.06.2009 19:16
#39 RE: Kreative Texte antworten

Ja, find ich auch gut!


Das einzige, was man von einem Menschen wissen soll, ist es, ob er unsere Gedanken fruchtbar macht. Es sollte keine andere Menschenkenntnis geben als diese.

zopf Offline

Säkularist


Beiträge: 156
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21.11.2009 22:33
#40 RE: Kreative Texte antworten

Meine Deutsch-Hausübung bis Montag ;)


Heute ist ein großer Tag. Die ganze Welt wird heute Nacht auf unser Land schauen und ich werde als der Mann in die Geschichte eingehen der unser schönes Land von den Fesseln eines Wahnsinnigen befreit. Mein Name in einer Reihe mit den großen Revoluzzern der Geschichte , die Menschenmassen werden mir zujubeln, und die Frauen werden sich um mich reißen. Mit Sicherheit werde ich dann auch Präsident werden. Ich als Präsident ! Klingt super. Aber jetzt wieder an die Arbeit. Die Munition für die 2 Maschinenpistolen muss ich noch besser zugreifbar für mich machen, ich kann da nicht viel Zeit verwenden, da geht es um Leben und Tod. Wer ist das? Ausgerechnet heute läutet andauernd das Telefon!
Er geht in das Zimmer nebenan zum Telefon. Auf dem sauber geputzten Tisch liegen eine Reihe verschiedenster Messer, die nach Größe sortiert sind. Weiters liegen verschiedene Munitionspäckchen, ebenfalls nach Art der Waffe sortiert, herum. Er kommt wieder in das Zimmer und prüft seine 44er Magnum-Pistole mit Schalldämpfer.
Meine Mutter, ausgerechnet. An meinem großen Tag will sie mich zum Essen einladen. Mich. Den zukünftigen Präsidenten. Heute darf nichts schief gehen. Es darf einfach nicht. Es wird nichts schiefgehen. Es ist einfach zu perfekt geplant. Alleine geht das viel besser, mit einem Partner oder gar im Team hat man bei einer solchen Mission sowieso nur unnötige Komplikationen. 13 Uhr 40. In ungefähr einer Stunde ist Wachablöse beim Präsidentenpalast. Ich werde dort sein.
Er geht nach oben um sich anzuziehen. An der Wand hängen verschiedene Schlagstöcke und lange Messer an denen kleine Zettelchen kleben die die Beschaffenheit des Materials näher charakterisieren. Er trägt nun einen schwarzen Tarnanzug dazu hat er sich ein schwarzes Cap aufgesetzt, das seine wilden braunen Locken komplett verdrängt. Nun geht er wieder nach unten um sich mit den Waffen auszurüsten. Die Magnum mit Schalldämpfer trägt er griffbereit während er die beiden Maschinenpistolen vorerst in seiner Jacke verstaut. Überall am Körper hat er kleine Messer versteckt, in den Stiefeln, in der Hose, in der Jacke sogar im Cap.
So, jetzt geht es los. Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Ins Auto. Zündschlüssel hinein stecken und rumdrehen. Plötzlich erscheinen die Bilder wieder in meinem Kopf. Ich wie ich erschossen vor dem Palast liege, mein Gesicht durch die vielen Kugeln total zerfetzt, nur mehr eine formlose Fleischmasse, überall Blut, und die Fotographen, die Fotos von mir schießen um ein Warnbeispiel für all jene zu zeigen, die ähnliches vorhaben wie ich. Plötzlich. Etwas in mir widerstrebt sich gegen meinen Plan. Vernunft? Überlebenswille? Ich weiß es nicht. Ich will es durchziehen, versuche die Bilder wieder in meinen Kopf zu bekommen von mir als Präsident. Die Menschenmassen, die Frauen, das Geld, die Macht. Doch es gelingt nicht. In meinem Kopf lediglich das eine Bild meines zerschossenen Körpers. Ich weiß selbst nicht wie mir geschieht. Ich öffne die Autotür, lege die Waffen weg, ziehe die Kleidung aus und rufe meine Mutter an das ich heute doch zum Essen komme. Vernunft siegt. Und angekündigte Revolutionen finden sowieso nicht statt. Auch im Kopf nicht.

stahlwollvieh Offline

Emofaggot


Beiträge: 2.155
Punkte: 2.203

22.11.2009 09:49
#41 RE: Kreative Texte antworten

Lol, hast du dich da von Hitti und mir inspirieren lassen? ^^
Btw, was war eigentlich das Thema?
Das Ende ist iwie fad... ;)
Ich mein, keine Toten, kein Leid, nur Familienidylle, geht ja gar nicht. ;P


Sic vis pacem: Parabellum!

zopf Offline

Säkularist


Beiträge: 156
Punkte: 156

22.11.2009 14:57
#42 RE: Kreative Texte antworten

nein hab ich nicht
thema war ein thema aus einem gedicht aufzugreifen und das dann in einem text umzusetzen.
natürlich war die auswahl der gedichte begrenzt^^
ich hab mich für "die schlesischen weber" von heinrich heine entschieden und das thema "revolution" herausgegriffen^^
ja ich weiß is fast ein wenig langweilig^^

Hitti Offline

Theophor


Beiträge: 1.042
Punkte: 1.130

22.11.2009 17:34
#43 RE: Kreative Texte antworten

In Antwort auf:
Lol, hast du dich da von Hitti und mir inspirieren lassen? ^^


Wieso? *fg*

In Antwort auf:
Ich mein, keine Toten, kein Leid, nur Familienidylle, geht ja gar nicht. ;P


Er könnte Suizid begehen, weil er so ein jämmerlicher Loser ohne Penis und Hoden is. Wär meiner Meinung nach ein fantastisches Ende.


Nicht Sieg sollte der Sinn einer Diskussion sein, sondern Gewinn.

stahlwollvieh Offline

Emofaggot


Beiträge: 2.155
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22.11.2009 20:35
#44 RE: Kreative Texte antworten

In Antwort auf:
Er könnte Suizid begehen, weil er so ein jämmerlicher Loser ohne Penis und Hoden is. Wär meiner Meinung nach ein fantastisches Ende.

Genau, das wäre wenigstens passend.
Ich mein, wtf, wozu hat er das ganze Geld für die Waffen und alles ausgegeben...?


Sic vis pacem: Parabellum!

Hitti Offline

Theophor


Beiträge: 1.042
Punkte: 1.130

13.12.2009 20:47
#45 RE: Kreative Texte antworten

Ich zitier bei meiner Schreiberei gerade ne relativ lange Stelle eines fiktiven philosophischen Autors und wollt euch mal fragen, wie das so rüberkommt. Also weniger inhaltlich sondern mehr stilistisch.

(…), denn Leben bedeutet Leiden, keine andere Gegebenheit durchzieht unser gesamtes Dasein in einer vergleichbaren Kontinuität und mit einer derartig konsequenten Beschaffenheit. Jede gesetzte Handlung eines Lebewesens zielt auf die Befriedigung eines Bedürfnisses ab. Hierbei handelt es sich um lebensnotwendiges Streben, wie beispielsweise die Versorgung des Organismus mit Nahrung und Flüssigkeiten, die Ausscheidung der Abbauprodukte, der Schlaf, ja selbst unsere Atmung, im selben Maße wie um Selbstverwirklichung in jedem vorstellbaren Sinne, sei es der Drang nach sozialer Interaktion oder die Beschäftigung und Arbeit mit dem Zweck, persönliches Interesse auszuleben. Betrachte man nun den ewigen Kreislauf der Stillung eines beschriebenen Bedürfnisses und der stetigen Reduktion der Befriedigung, die man durch dieses orgastische Erlebnis der absoluten Lust an der Stillung empfunden hat. Der zweite Prozess bedeutet eine exponentielle Steigerung des subjektiv empfundenen Leids, denn das Lebewesen wird umso mehr leiden, je länger es der erneuten Stillung des Bedürfnisses entzogen wird, diesem orgastischen Reiz der Freude und des Glücks.
Da unsere gesamte Existenz von den Wünschen, Begierden und eben zuletzt von unseren Bedürfnissen bestimmt wird, lässt sich überzeugend sagen: Unser Leben wird vom Leid bestimmt, vom Schmerz dominiert. So groß die Freude an der kurzen Befriedigung auch sein mag, kann sie dennoch nicht das lange Leiden ausgleichen, das hinter ihr liegt und auch danach wieder folgen wird. Dennoch ist genau dieses lüsterne Gefühl so sehr von der davorliegenden Leidperiode abhängig. Die Intensität der Freude hängt davon ab, drastischer noch: Ohne Leid würde es Glück nicht geben. (...)


Nicht Sieg sollte der Sinn einer Diskussion sein, sondern Gewinn.

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