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Dieses Thema hat 175 Antworten
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 Österreichische Politik
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stahlwollvieh Offline

Emofaggot


Beiträge: 2.155
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25.10.2010 21:53
#16 RE: Studentenproteste antworten

Zitat von (P.R.C)
sie können ruhig kommen......die Studenten....


Da iss vorn noch ein Plastiksackerl drauf, du wirst dich noch anschaun, wennst dann an deinem Rohrkrepierer drauf gehst.^^

(P.R.C) Offline

Theophor


Beiträge: 1.610
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26.10.2010 13:47
#17 RE: Studentenproteste antworten

ne, das plastiksackerl kriegt der erste in die fresse, damit er blind ist...



Wir tanzen warm und brüderlich, doch warme Brüder sind wir nicht!

stahlwollvieh Offline

Emofaggot


Beiträge: 2.155
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26.10.2010 14:04
#18 RE: Studentenproteste antworten

Das kann ja ned gut schmecken...

A.m.v.P Offline

Dissident


Beiträge: 112
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27.10.2010 21:44
#19 RE: Studentenproteste antworten

Zitat
du könntest ja nebenbei jobben, wenns mit der Familienbeihilfe aus is, dann liegst nicht nur deinen Eltern auf der Tasche



Also ich arbeite neben dem Studium 10,5 Stunden, aber mit den 335 € die ich dort verdiene, kann ich mich schwer alleine ernähren.
Meine Eltern können es sich zwar schon leisten, dass sie mich finanzieren, aber ich seh es trotzdem nicht ein, dass Pensionisten NIEMALS zurückstecken müssen, außer dass sie einmal keine Erhöhung bekommen und die Jungen, die sowieso zu einem großen Prozentsatz am Existenzminimum leben (das ist ein Faktum) müssen dafür wieder zurückstecken...

Ich geh auf jeden Fall protestieren.
Faymann kann mich mal am Arsch!



Oh my God!
It's WASABI!

Gray Offline

Theophor


Beiträge: 2.786
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17.11.2010 05:18
#20 RE: Studentenproteste antworten

Ich erkenne langsam, wo das Problem liegt...

Faktum a) Österreich braucht Akademiker. Wir haben ne lächerlich niedrige Akademikerquote im internationalen Vergleich.
Faktum b) Die Unis können nur eine gewisse Zahl an Studenten aufnehmen. Wenn ein paar mehr kommen, können kurzfristig die Kapazitäten erhöht werden (z.B. bei uns in Pharma, wo man einfach pro Laborpraktikum 6 zusätzliche Praktikumsplätze eingeschoben hat).
Das Problem? Unsere Unis sind krankhaft unterversorgt und können die Flut an möglichen Studenten nicht sinnvoll aufnehmen.
Die Lösung? Entweder Zugangsbeschränkungen (wie in Medizin), eine heftige pre-STEP (wie an der WU) oder Knock-out-Prüfungen (wie überall, aber v.a. wie in Pharma am Anfang).
Punkt ist: So wird man das Problem mangelnder Akademiker in Österreich nicht los.

Der Trend geht auch an der WU eindeutig in Richtung schwerere Prüfungen. Die Anforderungen werden künstlich erhöht, um den Prozentsatz an erfolreichen Studenten unten und damit die absolute Zahl an Studenten konstant zu halten - man könnte quasi sagen "Willkommen an der Uni - Studenten müssen draußen bleiben". Dabei sind die Schuldigen gar nicht wirklich die Unis selbst, sondern der Staat, der zu wenig Geld ins Uniwesen pumpt. Gerade in einer Zeit wie dieser ist das natürlich eine ziemlich problematische Forderung - es will eh schon jeder mehr Geld.

Anyway, wenn "nur" die Anforderungen erhöht werden, wäre das ja noch irgendwie vertretbar - was mich an der Sache wirklich ankotzt ist die absolute Willkürlichkeit dabei. Es ist momentan einfach nur noch frustrierend, für ein Fach wirklich zu "lernen", weil man seinen Notenschnitt damit nur marginal heben kann - und nebenbei sieht man sich ein paar besoffene Idioten an, die bei den Multiple-Choice Prüfungen nach dem Zufallsprinzip irgendwas angekreuzt haben und so nen 3er oder nen 4er einstreichen, während man selbst vielleicht durchrasselt.



Nur ein paar Gedanken eines Studenten kurz vor seiner zweiten Prüfungswoche ;)

Eine Sache, die ich hierbei nicht verstehe: Wieso sind die Arbeitsmarktbedingungen als frisch gebackener Absolvent so unglaublich mies, wenn wir eh schon "zu wenig" Akademiker haben? Irgendwie herrscht hier ein grobes Problem in Sachen Marktgleichgewicht.


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stahlwollvieh Offline

Emofaggot


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17.11.2010 12:02
#21 RE: Studentenproteste antworten

Du bist hier der Wirtschafter, warum fragst du uns das?^^

/edit: Aber einen Teilgrund dafür kenn ich vll.
Die Firmen stellen ziemliche Ansprüche, man setzt Arbeitserfahrung vorraus und will gleichzeitig möglichst junge Leute, die man noch zurechtbiegen kann.
Zitat der Frau meines Karatetrainers (desjenigen in Haag), die bei D2 Consult in Linz in der Buchhaltung tätig ist:
"Am liebsten hätten die Firmen Leute, die 15 Jahre Berufserfahrung haben und höchstens 25 sind."
Es will einfach niemand totale Frischlinge einstellen, und das ist wirklich ein Problem.

Sassa Offline

Theophor


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17.11.2010 14:32
#22 RE: Studentenproteste antworten

Wuhu, willkommen in der Welt der Demonstranten. Genau darum gehts den Leuten ja, wenn sie die Hörsäle besetzen.

Ich kann nur sagen: Ich finde es tragisch, dass ich am Ende meines Studiums 18 Jahre zur Schule gegangen sein werde und definitiv nicht mehr verdienen werde, als ein dummer Bua, der mit 15 eine Lehre angefangen und mittlerweile in eine so und so hohe Gehaltsstufe aufgestiegen ist. Selbst schuld, kein Mitleid- ich weiß.

Ich weiß auch, dass die Germanistik und die Sprachwissenschaft als einfache Studien gelten. Ich möchte nicht wissen, wie man sich fühlt, wenn man permanent um seinen Studienerfolg bangt und man ständig merkt, dass einen die Uni aussieben will- und alles versucht, um das zu erreichen. Bei uns sind die Professoren froh, dass überhaupt jemand diese Fächer studiert und bringen uns daher was bei, ohne uns auszusieben (das Sprachwissenschaftliche Institut wird dennoch 2018 abgeschafft).

Ich hatte die Wahl zwischen Jus uns Sprachwissenschaften (von Germanistik war noch nicht die Rede) und habe mich für das entschieden, was mich interessiert, weil ich weiß, dass ich in der Kanzlei meines Vaters niemals glücklich geworden wäre- höchstens genauso bonzig wie die anderen Partner. Egal was also passiert, ich weiß, dass ich das tue, was ich für immer tun möchte/kann.

Wieso studiert keiner Archäologie, Kunstgeschichte, vergleichende Literaturwissenschaft?


Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten.- Karl Kraus

stahlwollvieh Offline

Emofaggot


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17.11.2010 14:40
#23 RE: Studentenproteste antworten

Zitat
Ich hatte die Wahl zwischen Jus uns Sprachwissenschaften

Warum das? O.o

Sassa Offline

Theophor


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17.11.2010 15:00
#24 RE: Studentenproteste antworten

Weil Jus das war, was alle von mir erwartet haben, das, was mir einen fixen Arbeitsplatz und fixes Gehalt gebracht hätte.
Sprachwissenschaften war das, was mich wirklich interessiert hat.


Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten.- Karl Kraus

stahlwollvieh Offline

Emofaggot


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17.11.2010 16:12
#25 RE: Studentenproteste antworten

Ah so. Nice. Kriegstn Daumen!

Gray Offline

Theophor


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17.11.2010 16:47
#26 RE: Studentenproteste antworten

Sassa:

Zitat
Ich möchte nicht wissen, wie man sich fühlt, wenn man permanent um seinen Studienerfolg bangt und man ständig merkt, dass einen die Uni aussieben will- und alles versucht, um das zu erreichen.

Ich bin jetzt seit 2 Monaten Student und sogar (oder gerade?) jetzt kann ich dir sagen, dass es ein grauenhaftes Gefühl ist. Man ist es aus der Schule gewohnt, dass die Lehrer einen sogut es geht durchdrücken wollen, wenn sie einen nicht grad privat hassen. Das System "kümmert" sich um dich und macht es dir leicht ... bei den Studien, die ich gewählt hab (bei beiden) ist es genau andersrum - da versucht das System, dich rauszuknüppeln, weil wenn nicht genug rausgeknüppelt werden, dann funktioniert das System nicht mehr. Und wie gesagt, das kann man den Unis ja nichtmal vorwerfen, weils ein politisches Problem ist.


ÜBrigens muss ich dir schon Respekt zollen für deine Entscheidung, ich hätte (habe?) mich nicht so entschieden - ich glaub, dass generell niemand, der Ius studiert, so entscheidet, denn es gibt glaub ich fast keinen, der von der Mittelschule kommt und sagt: "BOY EY, ich krieg so'n STÄNDER wenn ich Case Studies mach, ich liebe Gesetzestexte!" etc - viele lockt halt das Geld und der "Flair" des Berufs, und ob es was für einen ist, merkt man erst ,wenn man mittendrin ist. Momentan fühl ich mich beim Recht-Lernen aber am Wohlsten, das is richtig interessant und gibt tiefe Einblicke in unsere Gesellschaft. Außerdem ist es ein Sprungbrett ÜBERALLhin.

Wenn ich das studiert hätte, was mich WIRKLICH interessiert, dann wärs wahrscheinlich Neuroethologie im Life Science Institut geworden. Aber ich weiß auch, dass meine Interessen sehr weit gefächert sind und ich mit Pharma + WiRe mindestens so einen guten Fang gemacht hab, weil ich einfach drauf steh, ganz viele verschiedene Sachen zu lernen. Außerdem hab ich sehr klar gesteckte Lebensziele, die ich erreichen möchte, und da muss die persönliche Präferenz einfach mal meiner Lebensplanung weichen. Ist so.


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Hitti Offline

Theophor


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17.11.2010 18:02
#27 RE: Studentenproteste antworten

In Mathe is das eher anders rum, um mal meine Erfahrungen zu schildern. Gibt keinen Professor, ders ned gut mit uns meinen würde.
Immerhin is die Nachfrage bzgl. Mathematikern riesig, und im relativen Vergleich zu anderen Studienrichtungen gibts eher wenig Studenten, die das Studium überhaupt wagen, also beginnen.
Die meisten (70%) hören freiwillig auf, schon im ersten Semester. Einfach, weils Mörder is. Um mich also im selben Zusammenhang auch auf unsere Diskussion bezüglich meiner Abwahl von Philosophie zu beziehen: Das wäre (wie ich geahnt hatte) zeitlich, also vom "Stundenplan" her, schon nicht möglich gewesen. Ich bin allein für Mathe schon fast jeden Tag 10 Stunden auf der Uni, und danach gilt es, daheim weiter zu lernen. Mittlerweile is mir echt leid um Philosophie, vor allem, weil ich durch das Studium keine Zeit hab, mich mit irgendetwas anderem zu beschäftigen. Das is also meine Antwort auf die Frage: "Was hätte euch mehr interessiert, als das, was ihr jetzt studiert?"
Natürlich wird das besser. Ich muss mich jetzt aber einfach durchbeißen, und nächste Woche hab ich am Freitag meine erste Prüfung, dann seh ich eh, obs was bringt.
Btw: Ich machs wirklich gern, und ich komm bis jetzt auch super mit (Denk ich. Das machts auch ned leichter: Dass man bei Mathe nie weiß, wann man etwas hinreichend verstanden hat [siehe Prof-Zitat unten]). Aber wenn man 100% haben will, muss man 100% geben, und das wirkt sich auf die Dauer insofern aus, dass ich unter der Woche quasi keine Freizeit mehr hab.

Ich unterstütz die Studentenproteste im Übrigen. Die Kürzung der Familienbeihilfe hat der ganzen von Gray bereits beschriebenen bodenlosen Frechheit die Krone aufgesetzt. Auch funny: In Österreich fehlt es an Kindern. Durch das völlige Wegfallen des Mehrkindzuschlags wird es für viele Familien unmöglich, sich ein drittes Kind überhaupt leisten zu können. Es is abartig, auf welch idiotische Weise man sich selbst ein Bein stellen kann.
Da mag ich unseren Prof. Der schimpft ohne Rücksicht auf Politiker, nennt sie arrogante Vollkoffer, Trottel, Idioten, und kann sich gar nimma halten, oft zweimal in der Vorlesung. Recht hat er. Is neben "Wer meint, diesen Begriff bereits verstanden zu haben, ist ein Genie, oder irrt sich.", was er auch mehr als einmal pro Vorlesung sagt, seine Vortragsroutine.^^


"Die soeben ausgesprochene nähere Beschaffenheit des Erstaunens, welches zum Philosophieren treibt, entspringt offenbar aus dem Anblick des Übels und des Bösen in der Welt, welche, selbst wenn sie im gerechtesten Verhältnis zu einander ständen, ja, auch noch vom Guten weit überwogen würden, dennoch Etwas sind, was ganz und gar und überhaupt nicht sein sollte."
-Schopenhauer

Gray Offline

Theophor


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17.11.2010 18:18
#28 RE: Studentenproteste antworten

Zitat
Die meisten (70%) hören freiwillig auf, schon im ersten Semester.


Da ist Mathe kein Sonderfall - das ist in beinahe jedem Studium so. Beim Welcome Day an der WU hat uns der Herr Badelt (Rektor der WU) gesagt, dass 70% aller Studenten nicht mal die ersten 4 Prüfungen, die jez zur verpflichtenden pre-STEP gehören, erfolgreich absolvieren. Er sagte, dass ... ich glaub es warn 30 % oda so aller Studenten nicht einmal zu einer einzigen Prüfung antreten. Die Größenordnung dieser Zahlen kann ich übrigens nachvollziehen - in den ersten Vorlesungen war der Audimax gesteckt voll - da passen geschätzt so um die 500-700 Studenten rein.
Bei der gestrigen VWL-Vorlesung waren, ich hab nachgezählt, ganze 40 Studenten im Hörsaal, bis zum Ende der Vorlesung hat sich diese Zahl noch um ein Drittel reduziert.

Bei Pharma das gleiche, im Internet stand, dass innerhalb des ersten Semesters 70% der studenten einfach wieder aufhören.


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Hitti Offline

Theophor


Beiträge: 1.042
Punkte: 1.130

17.11.2010 18:27
#29 RE: Studentenproteste antworten

Ich hätte eigentlich das "freiwillig" betonen wollen. In Mathe muss man ja nix verpflichtend machen. Die Prüfung, die ich nächste Woche angehe, könnt ich auch Ende 2012 noch machen, würds die Welt dann noch geben.^^
Bei Mathe is nix mit Knockout, oder mit Rausekeln. Die Leute hörn einfach auf. Diesen Unterschied wollt ich hervorheben.


"Die soeben ausgesprochene nähere Beschaffenheit des Erstaunens, welches zum Philosophieren treibt, entspringt offenbar aus dem Anblick des Übels und des Bösen in der Welt, welche, selbst wenn sie im gerechtesten Verhältnis zu einander ständen, ja, auch noch vom Guten weit überwogen würden, dennoch Etwas sind, was ganz und gar und überhaupt nicht sein sollte."
-Schopenhauer

Gray Offline

Theophor


Beiträge: 2.786
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17.11.2010 18:29
#30 RE: Studentenproteste antworten

aso. Das ist natürlich ein Unterschied. Das Rausekeln ist bei Pharma auf jeden Fall gegeben und bei der WU auch, wenn dort auch erst seit ein paar Jahren ...


You're not the contents of ... hey, where's my wallet?!

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