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Dieses Thema hat 64 Antworten
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archée Offline

Forumsmaskottchen

Beiträge: 120
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06.05.2009 14:46
Atomkraft- ja oder nein? antworten

Was würdet ihr davon halten, wenn Österreich einen Großteil der benötigten Energie von Atomkraftwerken beziehen würde? Seid ihr generell Befürworter oder Opponenten der friedlichen Nutzung von Atomkraft?

Also ich bin ganz klar ein Gegner von Atomenergie. Ich halte die These, dass Atomkraft gut für die Umwelt ist, für lächerlich. Erstens, weil schon alleine die Anreicherung von U235 die Umwelt verschmutzt (nein, man findet U235 nicht gebrauchsfertig an der nächsten Straßenecke..). Zweitens, weil Atommüll, erst einmal entstanden, uns noch viele Jahre lang bestrahlen und belasten wird. Drittens natürlich wäre da noch das Risiko einer Explosion. Beispiel Chernobyl: Nur ein einziges Mal achtloser Umgang mit einem Routinetest, und noch 20 Jahre später dürfen Kinder in der Ukraine noch nicht in einem Park spielen oder wilde Blumen pflücken. Von dem vergifteten Wasser ganz zu schweigen.. Ist es das wert, frage ich mich?

Gray Offline

Theophor


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06.05.2009 16:15
#2 RE: Atomkraft- ja oder nein? antworten
Ich bin eindeutig pro Atomenergie, aus verschiedenen Gründen:

Erstens: Uns gehen die Alternativen aus. Kraftwerke, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden haben bald keinen Sinn mehr, weil uns in 50-100 Jahren ebendiese ausgehen werden. Wir müssen umstellen. Die Ressourcen für Atomreaktoren reichen hingegen für 500-100 Jahren, wenn wir auf fortschrittliche Brutreaktorentechnologie zugreifen angeblich sogar Millionen (!) von Jahren.

Zweitens: Umweltschutz. Wenn wir Amerikas Abgasbilanz hernehmen werden wir feststellen, dass über 50% der Abgase von Uncle Sam auf die Kosten der derzeitigen Kraftwerke dort geht. Atomkraftwerke blasen deutlich weniger Abgase in die Luft. Außerdem lustig: Kohlekraftwerke verseuchen die Luft mehr mit radioaktivem Material als Atomkraftwerke! Tatsächlich ist es so, dass der Anteil von Uran in der Kohle reichen würde um mehr Energie zu produzieren als durch den Verbrauch selbiger erzeugt wird (mit einem Atom U-235 kann man 10 Millionen mal mehr Energie erzeugen als mit einem Atom Kohle). Verrückt, oder? Jährlich sterben übrigens viele Millionen Menschen aufgrund von Atemkrankheiten, die durch die Abgase von auf fossilen Brennstoffen basierenden Kraftwerken zurückgehen. Atomkraftwerke produzieren KEIN CO2 und haben deshalb KEINEN Effekt auf das große Treibhausproblem.

Drittens: Sicherheit. Und hört um Gottes Willen auf mit diesem Chernobyl-Scheiß, denn das ist seit dreißig Jahren die ewig gleiche Leier von Leuten, die keine Ahnung von der Materie haben und nur Panik machen wollen. Chernobyl war nämlich alles andere als eine "kleine Unachtsamkeit während eines Routinetests", das war die logische Konsequenz einer untragbaren Sicherheitspolitik der UdSSR. Sie haben mehrere Male entgegen aller Sicherheitsvorschriften gehandelt. Wenn da ein paar Leute immer wieder "drück-den-roten-Knopf" spielen, wundert mich der Ausgang wenig.
Außerdem bedeutet eine Kernschmelze nicht gleich die Explosion des Reaktors, das ist ein Irrglaube. Kernschmelzen hat es schon desöfteren gegeben (meist durch unzureichende Sicherheitsmaßnahmen oder menschliches Versagen), aber die meisten sind ohne ärgere Konsequenzen ausgegangen (z.B. indem man den radioaktiven Dampf ablässt und so weiter Folgen verhindert).
Zudem muss gesagt werden: DAS IST DREISSIG JAHRE HER. Schon mal was von Fortschritt gehört? Natürlich wurde an den Sicherheitsmaßnahmen von Atomkraftwerken gearbeitet, heutzutage gibts da spezielle Reaktorkonstruktionen, die selbstbei einer Kernschmelze (die schon sehr unwahrscheinlich ist) schlimme Folgen vermeiden (hinter Konstruktionen, die aus 25 cm dicken Stahlwänden und mehreren Betonwällen mit Pufferzonen bestehen fühl ich mich relativ sicher vor der bösen bösen Atomkraft, ehrlichgesagt).

Viertens: Verbrauch. Es gibt sogenannte Brutreaktoren, die mehr Brennstoff erzeugen als sie verbrauchen! Forschung in Sachen Atomenergie werden irrsinnig vorangetrieben. Die Anreicherung von U-235 geschieht in speziellen Einrichtungen dafür. Das übrige U-238 kann übrigens für Brutreaktoren verwendet werden.

Atomenergie ist die Zukunft. Österreich hat in dieser Hinsicht eine obsolete, reaktionäre Einstellung, weil wir ein Volk aus unwissenden Bauernschädeln sind.


Gray


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stahlwollvieh Offline

Emofaggot


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06.05.2009 19:09
#3 RE: Atomkraft- ja oder nein? antworten

Nett, wenigstens ist noch nicht alles gesagt!
Was Chernobyl betrifft: Das war kein Unfall, das war eher ein atomreaktorpersonaldummheitsbedingter Amoklauf.
Sämtliche Sicherheitsysteme, die die ganze Zeit Fehlfunktionen meldeten und vor verschiedenen Verhaltensweisen abhalten sollten, wurden einfach übergangen und absichtlich abgedreht.
So was darf eigentlich nicht vorkommen und wäre auch wohl kaum vorgekommen, wenn eine entsprechende Basisausbildung des Personals vorhanden gewesen wäre, aber ok, damals wusste man's halt noch nicht besser.
Heute sind jedoch ohnehin die Sicherheitsanforderungen viehl höher. Ich bin überzeugt, dass bei entsprechenden Sicherheitsbestimmungen so etwas in diesem Ausmaß nicht mehr vorkommen kann.

In Antwort auf:
Außerdem bedeutet eine Kernschmelze nicht gleich die Explosion des Reaktors, das ist ein Irrglaube.

Um hier mal ein paar weit verbreitete "Häresien" zu beseitigen und einen besseren Informationsstand zu schaffen:
1. GAU: Größter Anzunehmender Unfall; bedeutet einfach "nur" den Austritt von mit radioaktiven Spaltprodukten kontaminiertem Wasser, zB durch einen Rohrbruch, Überhitzung oder sowas, welches die Wärme, die bei den Kernzerfällen entsteht, aufnimmt und als Moderator fungiert.
Selbst wenn dieser Fall eintritt, bedeutet das noch lange keine Umweltprobleme, da die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Wasser in die Umgebung austreten kann, sehr gering ist. Und sollte es doch austreten, ist dies zwar nicht ideal, wird aber trotzdem in seiner "Schrecklichkeit" übertrieben, da nach wenigen Monaten die hochradiaktiven Substanzen weitgehend zerfallen sind, und die langlebigen Substanzen ohnehin nur wenig Strahlung emittieren; weiters wird die Strahlung natürlich umso harmloser, je mehr das ausgetretene Wasser in der Umgebung verdünnt wird, was ja quasi automatisch passiert.
2. Super-GAU: Das große Schreckgespenst, von dem viehle Menschen glauben, dass es bedeutet, dass "der Reaktor in die Luft geht" oder so, ist die gefürchtete Kernschmelze, was nichts anderes bedeutet, als dass das Kühlwasser verdampft, damit die Brennaggregate nicht mehr kühlen kann und diese daraufhin schmelzen. Ergebnis: Aus Sicht der Umwelt nicht wesentlich wilder als ein "normaler" GAU, schlimmstenfalls dringt radioaktiv kontaminiertes Wasser in die Umgebung aus; und der Reaktorbesitzer/-vorstand oder wer auch immer freut sich über ne gewaltige Sauerei, die er wegmachen kann, und über hitzebedingte Schäden.
Zur Explosion eines Reaktors kann es niemals kommen, da ohne Moderator die kontrollierte Kettenreaktion nicht aus dem Ruder läuft, sondern [i]automatisch zum Erliegen kommt.[i]
Weiters zum häufig diskutierten Atommüll:
Die "abgebrannten" Reaktorstäbe können heute chemisch wieder aufgearbeitet und in ihre Komponenten aufgespalten werden. Übrig bleibt:
1. Eine radioaktive Fraktion, die wiederum zu Brennstäben "recycelt" werden kann und
2. Eine kaum radioaktive Fraktion, die praktisch harmlos ist und aus verschiedenen Zerfallsprodukten besteht, im Fall von Uran ist das größtenteils Blei. Die geringe Restkontamination wird sehr schnell weniger, und wenn man es zB in der Industrie bei der Bleiverarbeitung zum ganzen "normalen" Blei dazumischt, ist die Radioaktivität des Mischergebnisses so gering, dass man wohl selbst mit feinen wissenschaftlichen Messmethoden Schwierigkeiten hätte, es von "normalem" Blei zu unterscheiden.
Die, die immer noch ein Problem damit haben, können ja auf bessere Zeiten hoffen, in denen vll dann endlich mal die Energiegewinnung durch Kernfusion funktioniert... gänzlich ohne Radioaktivität.
Wobei es ja genau genommen schon funktioniert... nur braucht man halt, um die Fusionskammern auf Betriebstemperatur zu bringen (ca. 1*10^9 K, also ca. eine Milliarde Grad; Kelvin oder Celsius bleibt sich bei solchen Temperaturen schon wurscht), noch mehr Energie, alsl man bisher rauskriegt...


Christianity: The belief that some cosmic Jewish zombie can make you live forever if you symbolically eat his flesh and telepathically tell him that you accept him as your master, so he can remove an evil force from your soul that is present in humanity because a rib-woman was convinced by a talking snake to eat from a magical tree.
Makes perfect sense.

Sassa Offline

Theophor


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06.05.2009 20:42
#4 RE: Atomkraft- ja oder nein? antworten

Ich bin gegen Atomenergie.

Ja, vielleicht hab ich zu wenig Ahnung von den ganzen Vorgängen und Statistiken, aber so lange "die Menschheit" so ist, wie sie heute ist, geb ich ihr nicht lauter kleine Glaskügelchen in die Hand, die ganz leicht brechen können.

Was ist mit dem Müll, der während der Produktion anfällt? Soll der weiterhin irgendwo vergraben werden, damit unsere Ururenkel ja subtil vergiftet werden? Soll man ihn ins All schießen? Sicher, wir produzieren ohnehin zu viel Müll, aber da kommts auf ein paar Tonnen Giftmühl DOCH an.
Also ganz ehrlich: Ich vertrau der Welt zu wenig, um mir ne große Bombe ins Land zu holen. Wenn Russland, Korea oder irgendein anderes bellendes Land sich doch mal in die Hose pisst, was gäbe es Leichteres, um unsere Energieversorgung auf einen Schlag zu vernichten und nebenbei ein paar Einwohner zu verseuchen?

Gray Offline

Theophor


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06.05.2009 21:43
#5 RE: Atomkraft- ja oder nein? antworten

In Antwort auf:
Was ist mit dem Müll, der während der Produktion anfällt? Soll der weiterhin irgendwo vergraben werden, damit unsere Ururenkel ja subtil vergiftet werden? Soll man ihn ins All schießen? Sicher, wir produzieren ohnehin zu viel Müll, aber da kommts auf ein paar Tonnen Giftmühl DOCH an.

Und was ist mit den MillioTonnen haunen Abgase, die wir jährlich in die Luft pusten - nur durch Kohlekraftwerke o.Ä.?
Die Schäden, die diese Abgase hervorrufen (der Treibhauseffekt, Ozonloch etc) sind um EINIGES verheerender als alles, was die Atomkraftwerke produzieren können. Ein wirklich großes Atomkraftwerk produziert etwa 1.5 t "Müll" im Jahr (der, wie WollVieh schon gesagt hat, nicht mehr stark radioaktiv ist, weil durch verschiedene chemische Prozesse "reprocessed", also von den wichtigen, brauchbaren, strahlenden Materialen befreit, die dann wiederverwertet werden).

Dann: Wie ich schon gesagt hab, ein Atom U-235 produziert in einem Atomkraftwerk 10.000.000 mal soviel Energie wie ein Kohleatom ... ein (großes!!!) Atomkraftwerk produziert 1.5 Tonnen Abfall, ein Kohlekraftwerk wieviele Tausend Tonnen, was glaubst du? Plus das "grauenhafte" CO2, mit dem wir eh so große Probleme haben... und jez frag ich mich: WAS belastet da die Umwelt mehr?

Du hast recht, ein großer Nachteil von Atomkraftwerken ist, dass sie schnell Ziel von Terrorangriffen werden und dementsprechend gefährlich sein können, ABER: Es ist ein Irrglaube, dass ein Atomkraftwerk wie ne "Bombe" hochgehen könnte, dazu gibt es zuviele Puffer bzw. zu wenig Druck, der sich aufbauen kann (im Gegensatz zu einer kleinen, kompakten Atombombe). Gefährlich ist es dennoch, da hilft nur eines - Sicherheitstechnik. Und die gibts ja genug, die Leute sind nicht deppert.


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Sassa Offline

Theophor


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06.05.2009 23:45
#6 RE: Atomkraft- ja oder nein? antworten

Und wenn alles so schön und gut ist, wieso haben wir dann kein Atomkraftwerk?
Weils den Leuten zu gefährlich ist, was ich einfach gut verstehen kann.

Kohlekraftwerke etc. wirds eh eines Tages nicht mehr geben, also löst sich das Problem ohnehin von selbst (was eigentlich traurig ist, weil das die Dummheit der Menschheit nur unterstreicht).
Und bis dahin haben wir hoffentlich umweltfreundlichere Energiegewinnungsanlagen entwickelt, als Atomkraftwerke (Da MUSS es was geben^^).

Gray Offline

Theophor


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07.05.2009 13:19
#7 RE: Atomkraft- ja oder nein? antworten
In Antwort auf:
Und wenn alles so schön und gut ist, wieso haben wir dann kein Atomkraftwerk?
Weils den Leuten zu gefährlich ist, was ich einfach gut verstehen kann.

Im einen Atemzug nennst du so ein Argument, im nächsten sprichst du von der Dummheit der Menschheit.

So zu argumentieren ist, als würde man sagen ... "wenn rechtes Gedankengut wirklich so scheiße ist, wieso wählten dann ein Drittel aller Österreicher rechte Parteien?"
Die Leute sind sture Bauernschädel, die keine Ahnung von der Materie haben und nur hören "Atom..." wobei sie sofort an so tolle Dinge wie "Atombombe" und "radioaktive Verseuchung" und "Chernobyl" denken, was dann negative Assoziationen hervorruft, weil sie diese Vorgänge nicht verstehen und/oder zu wenig darüber wissen. Und aufgrund dieser Assoziationen ist Atomenergie was schlechtes?

Ich hab dir grad lang und breit erklärt, dass Atomenergie extrem wenig umweltgefährdend ist (wenn man jetzt mal Kohlekraftwerke als Vergleich hernimmt) - vor allem, wenn man die Energie, die sie erzeugen einberechnet. Also, worauf basiert dein Argument, sie seien wenig umweltfreundlich, wenn nicht auf einfachen Vorurteilen?


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Sassa Offline

Theophor


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07.05.2009 13:36
#8 RE: Atomkraft- ja oder nein? antworten

Es ist doch eine Tatsache, dass es den Leuten zu gefährlich ist und ich bin ihrer Meinung. Egal ob ich jetzt ein sturer Bauernschädel bin, ich halte das ganze einfach nicht für gut. Manchmal kann auch ich Vorurteile nicht gänzlich abstellen.

Wenn du dann davon schreibst, wie ungefährlich das ganze ist und wie umweltfreundlich, dann denke ich dennoch an die ständigen Störfälle überall und an den Müll der übrig bleibt. So viele positive Argumente können gar nicht kommen, dass ich momentan einem Atomkraftwerk in Österreich zustimmen würde. Ich halte es da wie Günther Anders: Technik, die den Menschen zerstören kann, ist nicht unbedingt gut. Das ist auch der Grund, weshalb ich gegen Waffen bin, im Flugzeug Angst habe (zumindest bei Start und Landung), nicht gerne in der Maidult mein Leben riskiere und beim Autofahren ständig denke "was, wenn mich jetzt ein Urmensch sehen könnte..?". Ja, vielleicht gehöre ich in einen Zauberwalt, in dem ich mit Elfen um die Wette laufe, aber so lange ich den nicht gefunden habe, bin ich ein vorsichtiger Mensch.

Mit umweltfreundlicherer Energiegewinnung meine ich etwas, das keinen oder sehr wenig Müll produziert. Irgendwann wird man so etwas vielleicht entwickeln (eben wenn keine andere Wahl mehr bleibt).

Jetzt fühl ich mich schon wie die Menschen, die vor dem ersten Film wegrannten, weil ein Zug auf sie zu kam.^^

Kirk Offline

Theophor


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07.05.2009 13:48
#9 RE: Atomkraft- ja oder nein? antworten

Ich glaube nicht wirklich, dass der Siegeszug der Atomkraft zu stoppen ist, zumindest aus momentaner Sicht, steht nämlich keine effektivere Art der Energiegewinnung in Aussicht. Ausßerdem, wollen alle Staaten Atomwaffen besitzen, um, wenn sie im 3.Weltkrieg, auch als 2.Ölkrieg bekannt, ebenfalls drohen zu können und sich damit eine gewisse Sicherheit verschaffen. Tatsächlich Atomwaffen auf bewohntes Gebeit abfeuern, werden aber von sich aus vorerst höchstens Nordkorea, Israel oder die USA.


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Gray Offline

Theophor


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07.05.2009 13:49
#10 RE: Atomkraft- ja oder nein? antworten

In Antwort auf:
Es ist doch eine Tatsache, dass es den Leuten zu gefährlich ist und ich bin ihrer Meinung. Egal ob ich jetzt ein sturer Bauernschädel bin, ich halte das ganze einfach nicht für gut. Manchmal kann auch ich Vorurteile nicht gänzlich abstellen.

Ist dir aufgefallen, dass das dieselbe ignorante Art zu argumentieren ist, die von sagen wir - um beim Beispiel zu bleiben - vom rechten Rand benutzt wird, um ihre Auslänerfeindlichkeit zu begründen? Sie haben keine Argumente, nur "Fallbeispiele" und sind halt eine Mehrheit (zumindest, wenn man von der Lautstärke ausgeht).

dann denke ich dennoch an die ständigen Störfälle überall und an den Müll der übrig bleibt.
Die Störfälle haben wir schon behandelt. Eine Kernschmelze (bzw. GAU) bedeutet keine atomare Katastrophe, sondern das Ausströmen von radioaktivem Dampf in eine der Pufferzonen zwischen Reaktorkern und dem restlichen Atomkraftwerk. Im schlimmsten Fall bedeutet das, dass das Atomkraftwerk für mehrere Monate stillgelegt, dekontaminiert und die Glühstäbe ausgetauscht werden müssen. Shocking.

Wo bleibt (gefährlicher) Müll über? Lies den ersten Beitrag von Wollvieh durch.
Mal logisch nachgedacht ... wieso sollte "Atommüll" noch großartig strahlen? Wie funktioniert denn ein Atomkraftwerk ... ahja richtig, durch radioaktive Strahlung! Wieso sollte man dann Sachen, die doch "achso-so-sehr" strahlen einfach weghauen?
Und: JA, amerikanischer Atommüll strahlt, weil die sich aufgrund politischer Kindereien weigern, ihren Müll zu "reprocessen", also die strahlenden, wiederverwertbaren Teile rauszuholen (U-235, U-238, Thorium, bissl Plutonium). Übrigens: Wie schon geschrieben, Kohlekraftwerke blasen mehr radioaktiven Müll in die Atmosphäre als ein Atomkraftwerk Radioaktivität in die Umwelt abwirft.



Leute haben nur Angst vor den "Gefahren" von Atomkraftwerken, weil die Gefahr plötzlich und konzentriert auftritt (e.g. durch einen GAU) ... mit fossilen Brennstoffen kaufen wir den Tod auf Raten, langsam aber sicher, und blasen dabei die Atmosphäre voller CO2, vergrößern das Ozonloch, verstärken den Treibhauseffekt und Global Warming und haben, bis es die "Technologie", von der du sprichst, vielleicht geben könnte nichts mehr, das sich zu schützen lohnt.


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Kirk Offline

Theophor


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07.05.2009 13:58
#11 RE: Atomkraft- ja oder nein? antworten

In Antwort auf:
dieselbe ignorante Art zu argumentieren ist, die von sagen wir - um beim Beispiel zu bleiben - vom rechten Rand benutzt wird, um ihre Auslänerfeindlichkeit zu begründen

Extrem gut bemerkt, du hast du tatsächlich recht, wobei ich zugegebener Maßen nicht daruf geachtet hätte.

Denkst du nicht auch, dass sich Atomenergie, irgnewann überall, oder zumindest so gut wie überall durchsetzen wird, Gray? Wird es später mal zu Problemen kommen, wenn wir ein errichtetes und sagen wir 50 Jahre in Betrieb gehaltenes Atomkraft werk schließen wollen? Was bleiben da für Stoffe über und was passiert damit?


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Gray Offline

Theophor


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07.05.2009 14:08
#12 RE: Atomkraft- ja oder nein? antworten

In Antwort auf:
Denkst du nicht auch, dass sich Atomenergie, irgnewann überall, oder zumindest so gut wie überall durchsetzen wird, Gray? Wird es später mal zu Problemen kommen, wenn wir ein errichtetes und sagen wir 50 Jahre in Betrieb gehaltenes Atomkraft werk schließen wollen? Was bleiben da für Stoffe über und was passiert damit?

Auf jeden Fall wirds das. Wenn Österreich weiterhin so dämlich bleibt, werden wir halt bald nicht nur einen Teil, sondern unsere GESAMTE Energie von ausländischen Atomkraftwerken beziehen (das passiert derzeit übrigens schon - was aus eurer Steckdose kommt und gerade euren PC antreibt ist pöhser Atomstrom).
Das mit der Schließung von Atomkraftwerken is kein Problem ... die benötigten U-235 Stäbe müssen ohnehin alle paar Monate ausgewechselt werden (daher der Atom-"Müll"), insofern könnte man die Teile einfach rausnehmen, sobald sie halbwegs "aufgebraucht" sind und dann einfach keine neuen mehr reinschrauben. Was andres bleibt ned groß über.

Nach der Atomenergie wird sich aber hoffentlich die Fusionsenergie durchsetzen, erzeugt durch nukleare Fusionsreaktoren ... dabei werden zwei Wasserstoffisotope "fusioniert", also zu einem neuen (Helium-)Atom gemacht - bei diesem Vorgang wird etwas weniger Radioaktivität freigesetzt als bei der Kernspaltung (z.B. in AKs), dafür viel mehr nutzbare Energie. Leider haben wir die Technik dafür noch nicht, aber das ist auf jeden Fall das, was nach der Atomenergie kommen wird, weils NOCH weniger umweltbelastend ist und NOCH mehr Energie liefert. Mal sehn.


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archée Offline

Forumsmaskottchen

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07.05.2009 14:59
#13 RE: Atomkraft- ja oder nein? antworten

Ich finde eure Pro- Argumente ja eigentlich sehr gut nachvollziehbar. Allerdings habe ich mehrere Probleme damit:
Es wird grundsätzlich davon ausgegangen, dass weder der Mensch noch die Technik Fehlerquellen sind. Aber – der Mensch ist nicht perfekt. Und die Technik auch nicht. Ja, grundsätzlich ist ein Atomkraftwerk (AKW), wenn nach unseren derzeitigen Sicherheitsstandards geführt, sicher. Dachten sie sich aber auch schon 1987 – die Reaktorkatastrophe ereignete sich aber in einem Reaktortyp, der zuvor (auch in der internationalen Fachpresse) als besonders sicher bezeichnet wurde... Außerdem, warum kommt es trotz der ach so hohen Sicherheitsstandards immer wieder zu Zwischenfällen? Beispiele:
14. Mai 1995, Kanada, AKW Bruce: über 80 Tonnen Schwerwasser laufen während eines Unfalls aus, in den folgenden drei Tagen wird Tritium freigesetzt
12. Mai 2000, USA, New Mexiko: das Feuer ‘Cerro Grande’ kommt der Atomwaffenfabrik und den Atommülllagerstätten des Los Alamos National Laboratory gefährlich nahe
18. Mai 2000, Deutschland, AKW Lingen: das Feuerlöschwassersystem ist aufgrund eines Spannungsausfalls nicht verfügbar

Alleine in den 17 deutschen Reaktoren gibt es pro Jahr 140 meldepflichtige Fälle: ein explodiertes Rohr im Atomkraftwerk Brunsbüttel im Dezember 2001, ausgelaufenes radioaktiv kontaminiertes Wasser im Atomkraftwerk Philippsburg im April 2004 und ein Notstromausfall im Atomkraftwerk Biblis im Februar 2004.
Generell gilt meiner Meinung nach: Je komplexer ein System ist, von umso mehr Faktoren ist es abhängig, und desto fehleranfälliger ist es. Ich denke, wir sind uns alle darüber einig, dass ein AKW ein hochkomplexes System ist.
Bezüglich der ‚unendlich verfügbaren’ Uranvorräte: Um den Klimawandel zu stoppen, wären so viele Atomkraftwerke nötig, dass diese schon in wenigen Jahren verbraucht wären. Und es ist, wie fossile Energieträger auch, endlich. Allein beim Weiterbetrieb der aktuell laufenden AKWs reicht U235 nur noch etwa 65 Jahre (Basis: Zahlen der OECD).
Und was ist mit Transportzwischenfällen? Was, wenn ein Behälter unterwegs undicht wird oder ein Unfall passiert?
Beispiel:
2.2.2001: Zug mit Atommülllbehältern für das schottische AKW Torness entgleist in GB.
Ah ja, wie war das noch mal mit dem ‚bisschen’ Strahlung? Habt ihr gewusst, dass Menschen, die in der Nähe von Atomkraftwerken leben, leichter an Krebs erkranken? Die Leukämierate bei Kindern ist im Umkreis von einigen Kilometern überdurchschnittlich hoch.

Warum konzentrieren wir uns nicht gleich auf die Fülle von Alternativenergien, die sich uns bietet?

So, und jetzt bitte kein ‚too long didn’t read’.. ^^

Sassa Offline

Theophor


Beiträge: 1.935
Punkte: 1.954

07.05.2009 15:14
#14 RE: Atomkraft- ja oder nein? antworten

Danke Archée ^^
Du hast die Argumente, die ich nicht aufzählen kann, weil ich ja soo ne recht Mistfotzen-Argumentation hab.
Find ich echt geil, dass meine Argumentation jetzt mit den Rechten verglichen werd, nur weil ich Angst vor Atomkraftwerken hab.
Das sind ja wohl echt zwei nicht zu vergleichende Sachen.
Bin ich auch mit den Rechten zu vergleichen, wenn ich sag, dass ich Ratten nicht mag?? (wenn es denn so wäre^^)
Da würd ich mich mal am Kopf kratzen, wenn ich solche Vergleiche aufstelle.

Ich bin nicht gerne 100 % für oder gegen etwas und lasse mich gern belehren. So seh ich gern ein, dass Atomkraft bei weitem nicht so umweltbelastend ist, als andere Kraftwerksarten und ich sehe ja selber, dass meine "Angst" übertrieben ist. Aber wie gesagt: Ich hoffe, dass in Zukunft noch bessere Methoden gefunden werden und bis dahin werd ich nicht pro-Atomkraft sein. Ebensowenig wie ich pro sonstige umweltbelastende Kraftwerke bin. Ich muss es aber akzeptieren, da, wie auch schon gesagt, mein Strom auch von Atomkraftwerken geliefert wird.

Kirk Offline

Theophor


Beiträge: 1.486
Punkte: 1.502

07.05.2009 16:17
#15 RE: Atomkraft- ja oder nein? antworten

Amen!

Ne, im ernst jetzt, es ist für mich absolut unbefriedigend zu wissen, von Atomstrom zu leben, der teuer aus dem Ausland importiert wird, nur weil wir ich will nicht sagen zu blöd sind unsere eigenen Strom zu produzieren, aber zumindest ist das dauerhaft sehr unvorteilhaft. Es geht hier um riesige Ausgaben, für die eigentlich kein Geld da ist.
Ich weiß nicht, aber dieser Zustand ist extrem unangenehm, ich würde es leiber sehen, dass sich mein Land selbst mit Energie versorgen kann. Angst vor Atomkraftwerken hab ich auch keine und Erdöl oder Kohle zu verbrennen ist eigentlich ohnehin ärgstens dämlich, weil gerade diese Stoffe nicht nur rar werden, sondern auch für Produktion von tausend besseren Dingen verwendet werden können, und dafür auch unbedingt nötig sind.


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