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Dieses Thema hat 23 Antworten
und wurde 495 mal aufgerufen
 Philosophie
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Hitti Offline

Theophor


Beiträge: 1.042
Punkte: 1.130

29.05.2009 15:28
#16 RE: Der Sinn des Seins antworten

In Antwort auf:
Warum glaubst du, dass mein Leben sicher einen Sinn hat? Ist es bereits sinnvoll, wenn es für andere Sinn ergibt? Z.B. wenn ich für einen Freund eine große Hilfe bin. So ist mein Leben für den Freund sinnvoll. Ist es überhaupt sinnvoller als ein Leben, das nur für einen Einzelnen sinnvoll ist, und ist somit sein allgemeiner Sinn 'größer'? Inwiefern sind allgemeiner und individueller Sinn miteinander verbunden? Was meinst du?

Weil jedes Leben vom Standpunkt der Person selbst aus betrachtet vielleicht nicht unbedingt lebenswert erscheint, aber dennoch sein kann. Ein Sinn muss aber auch immer an ein Ziel gebunden sein, und bleibt dieser einem Menschen verborgen, kann er ziemliche Probleme entwickeln. Das erwähnte Ziel jedoch ist an absolut keine Bedingungen geknüpft, was bedeutet, dass es egoistisch oder altruistisch, der gesellschaftlichen Moral entsprechend oder völlig eigennützig und auf Kosten anderer erreicht werden kann. Der allgemeine Sinn steht nämlich mit dem persönlichen Sinn eines Lebewesens in absolut keinem Zusammenhang. Dieser Gedanke hat natürlich etwas äußerst Befreiendes und zeigt auch, wie sehr der individuelle Sinn von den persönlichen Prinzipien abhängig sein muss.
Im Kontext mit dieser Problematik zeigt sich auch, dass wir Menschen uns zwar vermutlich damit mehr auseinandersetzen müssen (und die Betonung liegt klar auf "müssen"), dafür aber wahrscheinlich auch höhere individuelle Ziele verfolgen können, weil wir uns (und mit "uns" meine ich Menschen mit dem Privileg, in der ersten Welt leben zu dürfen) mit dem Überlebenskampf nicht mehr auseinandersetzen, der für ein Tier den Großteil seines persönlichen Lebenssinns ausmachen wird.

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Nicht Sieg sollte der Sinn einer Diskussion sein, sondern Gewinn.

stahlwollvieh Offline

Emofaggot


Beiträge: 2.155
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29.05.2009 16:32
#17 RE: Der Sinn des Seins antworten

In Antwort auf:
Es muss so sein, weil alles einen Sinn hat, alles eine Weg verfolgt, denn nichts, dass wir mit Sicherheit kennen kann diesen Weg beeiflussen, und dieser Weg will etwas haben.
Ich glaube, hier haben wir die selbe Problematik wie beim Gott-Glauben. Die wenigsten Menschen können/wollen die Möglichkeit akzeptieren, dass das Leben sinnlos sein könnte, weil es einfach zu unangenehm ist, es sie in ein emotionales Sinnloch stürzt; so redet man sich halt der Einfachkeit halber ein, das das Leben einen Sinn haben muss, auch wenn man ihn nicht erkennen kann.
In Antwort auf:
Macht dich das nicht unglücklich? So ganz ohne Ziel
Ich bin in dieser Hinsicht Hitti nicht unähnlich, aber was deine Fragen betrifft: Nein.
Das ist ähnlich wie mit dem Determinismus: Man kann auch nicht aktiv danach leben, solange man kein "großes Ziel" hat, schiebt man halt einfach kleinere Ziele vor, um das Loch dahinter nicht sehen zu müssen und dadurch Leben überhaupt zu ermöglichen und zumindest die Chance zu haben, doch noch so etwas wie einen Sinn zu finden. Wenn du so willst, ist mein Sinn aber auch die Sinnsuche.


Christianity: The belief that some cosmic Jewish zombie can make you live forever if you symbolically eat his flesh and telepathically tell him that you accept him as your master, so he can remove an evil force from your soul that is present in humanity because a rib-woman was convinced by a talking snake to eat from a magical tree.
Makes perfect sense.

Kirk Offline

Theophor


Beiträge: 1.486
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29.05.2009 16:35
#18 RE: Der Sinn des Seins antworten

Zitat von Hitti
Wieso muss der Lauf der Dinge irgendein Ziel haben? Deutet nicht viel mehr darauf hin, dass die Geschehnisse, sowohl im Universum als auch auf der Erde, sowohl die großen Ereignisse als auch die kleinen Ereignisse in unserem Leben, völlig ziellos sind? Klar, für einen selbst mögen sie einen persönlichen Sinn ergeben. Aber für das große Ganze? Ich denke nicht.

Nun, als Determinist, glaube ich an Reaktionen die gezwungener Maßen zu weitern Reaktionen führen und ein bestimmtes, vorhergesehenes, nicht abänderbares Ziel anstreben, das für den Menschen keinen Sinn ergeben muss, aber dennoch ein Ziel, das Ende ist. Nun habe ich aber ein Problem, weil ja von irgendwoher die erste Aktion kommen musste, um erst diesen Lauf von Reaktionen auszulösen. Deshalb gibt es in meiner Vorstellung eine "Uraktion" und eine "Zielreaktion", die Also Beginn und Ende dieser Kette, dieses Weges sind. Schon beim ausgang der Kette steht das Ziel fest, das eigentlich nur das wieder Verschwinden der Kette beinhaltet. Wie man sich das vorstellen kann, weiß ich nicht, aber, einen unendlichen Prozess dieser Art kann ich mir auch nicht vorstellen.


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stahlwollvieh Offline

Emofaggot


Beiträge: 2.155
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29.05.2009 16:37
#19 RE: Der Sinn des Seins antworten

In Antwort auf:
Schon beim ausgang der Kette steht das Ziel fest, das eigentlich nur das wieder Verschwinden der Kette beinhaltet.
Gerade das macht es erst Recht sinnlos in meinen Augen.


Christianity: The belief that some cosmic Jewish zombie can make you live forever if you symbolically eat his flesh and telepathically tell him that you accept him as your master, so he can remove an evil force from your soul that is present in humanity because a rib-woman was convinced by a talking snake to eat from a magical tree.
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Kirk Offline

Theophor


Beiträge: 1.486
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29.05.2009 16:46
#20 RE: Der Sinn des Seins antworten

In Antwort auf:
Gerade das macht es erst Recht sinnlos in meinen Augen.

mal ganz ehrlich, beim Schreiben meines Post bin ich mir meiner Sache mit jedem SAtz weniger sicher gewesen, so dass ich jetzt nicht mal mehr behaupten will du hättest unrecht.


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Hitti Offline

Theophor


Beiträge: 1.042
Punkte: 1.130

29.05.2009 17:11
#21 RE: Der Sinn des Seins antworten

In Antwort auf:
Nun, als Determinist, glaube ich an Reaktionen die gezwungener Maßen zu weitern Reaktionen führen und ein bestimmtes, vorhergesehenes, nicht abänderbares Ziel anstreben, das für den Menschen keinen Sinn ergeben muss, aber dennoch ein Ziel, das Ende ist. Nun habe ich aber ein Problem, weil ja von irgendwoher die erste Aktion kommen musste, um erst diesen Lauf von Reaktionen auszulösen. Deshalb gibt es in meiner Vorstellung eine "Uraktion" und eine "Zielreaktion", die Also Beginn und Ende dieser Kette, dieses Weges sind. Schon beim ausgang der Kette steht das Ziel fest, das eigentlich nur das wieder Verschwinden der Kette beinhaltet. Wie man sich das vorstellen kann, weiß ich nicht, aber, einen unendlichen Prozess dieser Art kann ich mir auch nicht vorstellen.

Das einfache Problem, dass ich mit diesem Gedankengang habe, ist der Begriff "Ziel". Ich bin auch Determinist und deshalb genau wie du der Überzeugung, dass alles notwendigerweise zu einem Punkt führen muss, der heute schon feststeht. Wieso bezeichnetst du diesen Punkt oder dieses Ende aber als Ziel? Von wem oder von was ist es das Ziel? Inwiefern drängt jemand danach, es zu erreichen?

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archée Offline

Forumsmaskottchen

Beiträge: 120
Punkte: 120

30.05.2009 12:14
#22 RE: Der Sinn des Seins antworten

In Antwort auf:
Das erwähnte Ziel jedoch ist an absolut keine Bedingungen geknüpft, was bedeutet, dass es egoistisch oder altruistisch, der gesellschaftlichen Moral entsprechend oder völlig eigennützig und auf Kosten anderer erreicht werden kann. Der allgemeine Sinn steht nämlich mit dem persönlichen Sinn eines Lebewesens in absolut keinem Zusammenhang.


Ja, du hast Recht. Das ist ja eigentlich auch das beste an dem persönlichen Sinn: er kann wirklich alles sein. Darum sollten wir meiner Meinung nach über den persönlichen Sinn anderer Menschen nicht urteilen und nicht glauben, dass der Sinn nur etwas wert ist, wenn er 'gut' ist. Ich beneide eigentlich eher alle, die den Sinn ihres Lebens gefunden haben, sei er auch noch so unverständlich für Außenstehende.
Aber vielleicht ist dies auch das schlechteste am persönlichen Sinn: dass er eben alles sein kann. Wenn wir eine unendliche Auswahl haben, wie sollen wir uns dann je entscheiden?

In Antwort auf:
Man kann auch nicht aktiv danach leben, solange man kein "großes Ziel" hat, schiebt man halt einfach kleinere Ziele vor, um das Loch dahinter nicht sehen zu müssen und dadurch Leben überhaupt zu ermöglichen und zumindest die Chance zu haben, doch noch so etwas wie einen Sinn zu finden.


Stimmt! Blöd ist's nur, wenn einem jedes Mal, sobald man eines dieser kleinen Ziele erreicht hat, wieder bewusst wird, dass man das große Ziel noch nicht entdeckt hat. Vielleicht sollte man allgemein die Suche nach dem großen Ziel verwerfen und die kleinen Ziele nicht nur als Zwischenziele, sondern als vollwertige Ziele betrachten.

Kirk Offline

Theophor


Beiträge: 1.486
Punkte: 1.502

30.05.2009 14:07
#23 RE: Der Sinn des Seins antworten

In Antwort auf:
Das einfache Problem, dass ich mit diesem Gedankengang habe, ist der Begriff "Ziel". Ich bin auch Determinist und deshalb genau wie du der Überzeugung, dass alles notwendigerweise zu einem Punkt führen muss, der heute schon feststeht. Wieso bezeichnetst du diesen Punkt oder dieses Ende aber als Ziel? Von wem oder von was ist es das Ziel? Inwiefern drängt jemand danach, es zu erreichen?

Guter Punkt. Ich definiere jetzt mal Ziel für mich: Ein Ziel ist etwas, ein Punkt, ein Zustand, der erreicht werden soll. Was hälts du von der Formulierung "..., der erreicht werden soll und erreicht werden will"?

Hmm... Bei der Reaktion gibt es keinen Willen und niemanden, der etwas ansrebt. Sie passieren einfach, eine folgt der nächsten, ohne, dass dadurch irgendetwas bezweckt werden soll. Du hast Recht, das Ende solcher Reaktionen ist kein Ziel.


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Atheist Offline

Whistleblower


Beiträge: 74
Punkte: 69

07.06.2009 13:46
#24 RE: Der Sinn des Seins antworten

Hm.

Eine Frage viele Antworten.
Was jetzt richtig ist, kann man schwer sagen, da es ja keine Objektivität gibt.
Das heißt die Frage bezieht sich auf mich und was mein Sinn im Leben ist...
-Sex und Liebe
-Wissen
-Macht und Erfolg

Ja... Ich weiß. Ich bin sooooo oberflächlich. Aber es gibt ja leider kein moralisch besser oder schlechter


Wir haben das Tal der Kurve erreicht!

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