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Dieses Thema hat 14 Antworten
und wurde 979 mal aufgerufen
 Philosophie
Gray Offline

Theophor


Beiträge: 2.786
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25.04.2009 00:41
Utilitarismus antworten

Grundsatz dabei ist das Maximum-Happiness-Principle:

In Antwort auf:
„Handle so, dass das größtmögliche Maß an Glück entsteht!“



Ich habe gerade eine 2 h Diskussion über dieses Thema hinter mir.

Ich behauptete dabei felsenfest, es gibt keinen Utilitarismus. Bitte um ein paar Meinungen, bevor ich das darlege.

stahlwollvieh Offline

Emofaggot


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25.04.2009 09:29
#2 RE: Utilitarismus antworten

In Antwort auf:
„Handle so, dass das größtmögliche Maß an Glück entsteht!“

Ich dachte eigentlich das Prinzip von Utilitarismus ist:
"Gut ist, was nützlich ist.", also quasi eine extrem teleologische Weltsicht?
Das heißt aber nicht immer unbedingt, dass dabei das größtmögliche Maß an Glück entstehen muss
Uttlitarismus in Reinform wirst du wirklich kaum finden; erstens "erlaubt" er ja auch "unethische" Handlungen und heißt diese gut, weil nützlich, obwohl viele dieser Handlungen praktisch nicht verwirklichbar sind, da die daraus entstehenden nützlichen Vorteile durch meist noch größere Nachteile (Ausschluss aus der Gesellschaft, Gefängnisstrafen oder was auch immer) wieder aufgefressen werden.
Außerdem wird jeder Mensch nicht nur von seiner Ratio, sondern auch, und z.T. v.a. von seinen Emotionen gesteuert, was oft zu Handlungen führt, die mehr oder weniger irrational und daher laut Utilitarismus "schlecht" sind.
Das wären mal meine spontanen Ergüsse dazu.


Christianity: The belief that some cosmic Jewish zombie can make you live forever if you symbolically eat his flesh and telepathically tell him that you accept him as your master, so he can remove an evil force from your soul that is present in humanity because a rib-woman was convinced by a talking snake to eat from a magical tree.
Makes perfect sense.

Hitti Offline

Theophor


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25.04.2009 14:10
#3 RE: Utilitarismus antworten

Ich hab mich mit Utilitarismus eigentlich nie wirklich beschäftigt, aber sagt das Wort selbst nicht schon aus, dass es dabei um zweckgerichtetes und nützliches Handeln geht?
Wenn Glück das Ziel wäre, dann muss man natürlich alles dafür tun, um es zu erreichen. Allerdings stellen sich mir bei diesem Satz einige Fragen.

1. Handelt es sich um kurzfristiges oder langfristiges Glück, oder um welche Art des Glückes auch immer? (Beispiel: Soll ich mir a.)heute und in nächster Zeit immer einen schönen Tag machen und dafür am Abend ein schlechtes Gewissen haben, weil ich wieder nicht gelernt habe, oder b.) soll ich heute einen Scheißtag verbringen und lernen, mich aber dafür am Abend wohl fühlen und auch bei der Matura gut abschneiden?)
2. Welches Glücksgefühl wird größer sein?
3. Wie kann ich dementsprechend handeln, wenn ich die Antwort auf Frage 2 nicht kenne?
4. Ist Glück nicht vielmehr ein Gefühlszustand, der sich unvorhergesehen einstellt und dem man schwerlich nachjagen kann? (Kennt jemand von euch den Begriff "Flow"?)

---
Nicht Sieg sollte der Sinn einer Diskussion sein, sondern Gewinn. - Joseph Joubert

Gray Offline

Theophor


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25.04.2009 14:24
#4 RE: Utilitarismus antworten
Natürlich wird alles gemacht, was "nützlich" ist, aber definiert mal Nutzen objektiv ;)
Ein Nutzen ist immer an ein gewisses Ziel gebunden. Den allgemeinen Nutzen sehen die Utilitaristen als "Glück".

Jetzt versucht der Utilitarist also nach eigenem Gutdünken und gutem Gewissen vorherzusehen bzw rational "auszurechnen", welche seiner Taten ein Maximum an Glück für alle Beteiligten verspricht.
stahlwollvieh Offline

Emofaggot


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25.04.2009 14:26
#5 RE: Utilitarismus antworten

Für alle Beteiligten, selbst wenn sein eigenes dran glauben muss?


Christianity: The belief that some cosmic Jewish zombie can make you live forever if you symbolically eat his flesh and telepathically tell him that you accept him as your master, so he can remove an evil force from your soul that is present in humanity because a rib-woman was convinced by a talking snake to eat from a magical tree.
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Gray Offline

Theophor


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25.04.2009 14:33
#6 RE: Utilitarismus antworten

Vollkommen richtig.

stahlwollvieh Offline

Emofaggot


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25.04.2009 14:40
#7 RE: Utilitarismus antworten
Wirst du nicht viehle Leute finden, die dämlich genug sind das durchzuziehen. Außer vll ein paar religiöse Fanatiker, so Leute wie Jesus zB.
Und, ihrem Glauben nach glaubt ja dann gar nicht ihr Glück dran, da sie das ja dann später im Paradies oder sonstwo "kriegen".


Christianity: The belief that some cosmic Jewish zombie can make you live forever if you symbolically eat his flesh and telepathically tell him that you accept him as your master, so he can remove an evil force from your soul that is present in humanity because a rib-woman was convinced by a talking snake to eat from a magical tree.
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Gray Offline

Theophor


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25.04.2009 14:48
#8 RE: Utilitarismus antworten

Mein Ansatzpunkt für Kritik ist dieser:

Utilitaristen versuchen, das "Gesamtglück" aller zu steigern. Wie soll das gehen?
Dazu müsst es sowas wie "gut" und "böse" geben, und das geht nicht.

Ich hab das mit nem Fußballspiel verglichen:
Du kann sehr wohl das "Glück" (i.e. der Erfolg, die Tore) deiner Mannschaft beeinflussen ...
ABER! du kannst nicht das "Gesamtglück" (i.e. der Erfolg beider) steigern, denn jedes Tor für deine Mannschaft bedeutet ein weiteres Tor, das es für die Gegner aufzuholen gilt.

Das Leben ist jetzt wie ein Fußballspiel ... nur mit vielen Billiarden Mannschaften, die alle in komplexer Beziehung zueinander stehen.

stahlwollvieh Offline

Emofaggot


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25.04.2009 14:51
#9 RE: Utilitarismus antworten

haut hin. oder eben auch nicht, wie man's dann sieht.


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Hitti Offline

Theophor


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25.04.2009 16:48
#10 RE: Utilitarismus antworten

Naja, der Grundsatz wäre allein für sich betrachtet natürlich nicht schlecht. Es liegt nur daran, wen man zu den "Beteiligten" zählt. Bei besagtem Fußballspiel darf man natürlich nicht mit der Einstellung auftreten, dass die Gegner ebenfalls unter diese Gruppe fallen. Allerdings kann man - wie du sagst - durch hohe eigene Leistungen das eigene Glücksgefühl und das der Mannschaftsmitglieder erhöhen. Das "Gesamtglück aller" steigern zu wollen, kann nur zu einem Widerspruch führen und wird auf die Dauer das eigene Wohlbefinden negativ beeinflussen.

PS: Ist das wirklich der alleinige Grundsatz von Utilitarimus oder nur ein Teilbereich von diesem? Ich denke, man könnte die Diskussion gut auf die verschiedensten Formen von zweckgerichtetem Handeln ausweiten.

---
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Gray Offline

Theophor


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25.04.2009 17:44
#11 RE: Utilitarismus antworten

Ich sehs so:
Ein Utilitarist handelt sehr ähnlich einem normalen, gewissenhaften Menschen - mit der einen Auflage: Nämlich der, dass er glaubt, dadurch das GESAMTGLÜCK steigern zu können. Aber durch den Butterfly-Effect ist das ned möglich, da man die Auswirkungen seiner eigenen Taten nur über maximal drei Ecken kennt ...

Atheist Offline

Whistleblower


Beiträge: 74
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19.05.2009 17:10
#12 RE: Utilitarismus antworten

Tja, gut.

Wie so ziemlich alles in der Philosophie dreht sich auch diese Diskussion um eine Begriffsdefinitionsfrage.

Nehmen wir mal an wir definierten Utilitarismus nach der wörtlichen Übersetzung.

Wenn eine Person immer nach dem größtmöglichen Nutzen strebt hat das folgende Probleme
1. Wie schon von irgendjemandem gesagt wurde, werden Menschen nicht von der Ratio alleine sondern auch von Emotionen und Instinkten gesteuert (ich wage zu behaupten, dass dies den Großteil unserer Entscheidungen ausmacht).
d.h. Wenn ich mit einer 50jährigen Milliardärin verheiratet bin, ich einen ziemlichen Notstand habe, sich eine 20jährige Schönheit (ich überlass das jetzt mal eurer Fantasie) vor mir auszieht und nach mir lechzt, dann... eh schon wissen.

2. Man müsste einen objektiven Begriff des Nutzens definieren und da Objektivität nach Hume, Locke,... nicht möglich ist, wird das ein kleines Problem. Objektivität des Nutzens ist deshalb notwendig, da man ja nicht weiß ob es ein kurzfristiger und längerfristiger Nutzen sein soll, ein oberflächlicher oder ein tiefgreifender. Außerdem weiß man ja oft gar nicht was gut für einen ist.

3. Eigentlich müsste man, wenn man nach dem Prinzip des Nutzenmaximierens geht ,und man theoretisch die objektive Bedeutung des Nutzens kennt, ein von Anfang an perfektes Leben führen und das steht im Widerspruch zu 1. und 2.

Hoch die Preise!

stahlwollvieh Offline

Emofaggot


Beiträge: 2.155
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22.05.2009 10:57
#13 RE: Utilitarismus antworten

In Antwort auf:
und da Objektivität nach Hume, Locke,... nicht möglich ist

Nur mal so nebenbei: Warum musst du dich eigentlich ständig auf solche Typen beziehen? Dass Objektivität nicht möglich ist ist doch bitte alles andere als schwer zu erkennen, dazu brauch ich nicht irgendwelche mehr oder weniger alten Philosophen ausgraben...


Christianity: The belief that some cosmic Jewish zombie can make you live forever if you symbolically eat his flesh and telepathically tell him that you accept him as your master, so he can remove an evil force from your soul that is present in humanity because a rib-woman was convinced by a talking snake to eat from a magical tree.
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Atheist Offline

Whistleblower


Beiträge: 74
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22.05.2009 15:58
#14 RE: Utilitarismus antworten

Naja. Aber die Empiriker waren die ersten, die sich (meines Wissens nach und ich bitte um Verbesserung, falls ich mich irre) intensiv damit beschäftigt haben.


Nieder mit der Inflation!

Gray Offline

Theophor


Beiträge: 2.786
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22.05.2009 20:02
#15 RE: Utilitarismus antworten

In Antwort auf:
Naja. Aber die Empiriker waren die ersten, die sich (meines Wissens nach und ich bitte um Verbesserung, falls ich mich irre) intensiv damit beschäftigt haben.

Nein, das war Sokrates ;D

In Antwort auf:
Nehmen wir mal an wir definierten Utilitarismus nach der wörtlichen Übersetzung.


Siehe:
Zitat von Gray
Natürlich wird alles gemacht, was "nützlich" ist, aber definiert mal Nutzen objektiv ;)
Ein Nutzen ist immer an ein gewisses Ziel gebunden. Den allgemeinen Nutzen sehen die Utilitaristen als "Glück".

Ein Nutzen braucht ein gewisses Ziel. Es wird davon ausgegangen, dass jeder Mensch Glück als etwas positives empfindet. Deshalb ist es das erklärte Ziel der meisten Utilitaristen, das Gesamtglück möglichst zu maximieren zu versuchen. Das geht aber meiner Meinung nach wegen der Chaostheorie nicht.


You're not the contents of ... hey, where's my wallet?!

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