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Dieses Thema hat 13 Antworten
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 Gesellschaft
Hitti Offline

Theophor


Beiträge: 1.042
Punkte: 1.130

10.08.2010 17:45
Sterbehilfe antworten

Da es dieses Thema in der Form noch ned gibt, hab ich mich ma erbarmt, da es meines Erachtens in unserem Forum nicht fehlen sollte.
Weniger interessant is wohl der Punkt, ob Euthanasie legalisiert werden sollte und moralisch vertretbar ist, denn in diesem Punkt werden wir (man korrigiere mich, sollte ich falsch liegen) wohl alle ziemlich einer Meinung sein.
Für mich stellt sich vielmehr die Frage, wie Sterbehilfe in der Praxis durchgeführt werden könnte. Wenn ein Patient (bspw. aufgrund einer psychischer Krankheit oder wegen Suizidalität) entmündigt wurde, ist dann seinem Wunsch, zu sterben, ebenfalls Folge zu leisten? Muss ein Schreiben dieses Menschen vorhanden sein, in dem er einst in geistiger Klarheit sein Einverständnis im Falle eines Ernstfalles bescheinigt hatte?

Los gehts.


„Wenn ich erst meinen Verstand zu einer Waffe geschärft habe, forme ich meinen Körper.“
„Wieso?“, fragte er trotzig, resignierend.
„Weil das Leben aus Kriegen besteht, mein Freund. Ruhig und laut sind sie, kurz und lang, edel und grausam, schön und schrecklich. Mit guten Waffen kämpft man gerne.“

zopf Offline

Säkularist


Beiträge: 156
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13.08.2010 09:54
#2 RE: Sterbehilfe antworten

Ich bin sehr unentschlossen, was die Legalisierung der Sterbehilfe betrifft. Ich vertrete nämlich die Auffassung, dass niemand über ein Menschenleben entscheiden darf, schon gar nicht, wenn es dieser nicht gewünscht hat. Ich kann zwar die Argumente der Pro-Seite ebenfalls verstehen, und wenn man auf die Härtefälle blickt, die seit mehr als 20 Jahren im Koma liegen und sich nicht mehr wesentlich von einer Kartoffel unterscheiden, dann erscheint eine Sterbehilfe nur logisch. In diesen Fällen treten dann oft Angehörige für den Tod des Patienten ein, was ich in gewisser Weise natürlich auch verstehen kann, allerdings widerspricht dies meinem eingangs erwähnten Standpunkt.
Doch selbst wenn sich ein Mensch seinen Tod durch aktive Sterbehilfe wünscht, so ist die Entscheidung keinesfalls einfacher. Denn ich bezweifle die Urteilsfähigkeit eines Menschen in einer Situation derartigen Leidens ganz stark an. Ein Leidender sieht den Tod wahrscheinlich in so einer Situation als beste, weil auch einfachste Lösung für sein Problem an.

Hitti Offline

Theophor


Beiträge: 1.042
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13.08.2010 11:22
#3 RE: Sterbehilfe antworten

Das größte und wichtigste Recht eines Menschen ist es, ohne Einschränkung über sein Leben und seinen Tod entscheiden zu können. Wenn also jemand ausdrücklich nach dem Tod verlangt, dann soll ihm das Sterben - unabhängig von den Umständen - ermöglicht und erleichtert werden. Wenn ich mir vorstelle, dass ich nichtmal noch selbst entscheiden kann, ob ich leben oder sterben möchte (und dafür muss es nicht zwangsläufig einen objektiv nachvollziehbaren Grund geben), welche Freiheit hab ich dann bitte noch?

Zitat
Denn ich bezweifle die Urteilsfähigkeit eines Menschen in einer Situation derartigen Leidens ganz stark an. Ein Leidender sieht den Tod wahrscheinlich in so einer Situation als beste, weil auch einfachste Lösung für sein Problem an.


Dieser Fall ist für mich so eindeutig, dass er eindeutiger nicht sein könnte. Natürlich ist die Urteilsfähigkeit durch die Schmerzen beeinträchtigt. Letztendlich zählt aber nur das, was ein Mensch fühlt, und nicht, warum er es fühlt. Dieser Mensch leidet so stark, dass er sterben will. Der Tod ist nicht die einfachste, sondern auf kurz oder lang die einzige Lösung für sein Problem.
Kann sein Leiden nicht beendet oder wenigstens gemildert werden, sehe ich es als Folter (!) an, ihm diesen Wunsch nicht zu erfüllen.

Zitat
Ich kann zwar die Argumente der Pro-Seite ebenfalls verstehen, und wenn man auf die Härtefälle blickt, die seit mehr als 20 Jahren im Koma liegen und sich nicht mehr wesentlich von einer Kartoffel unterscheiden, dann erscheint eine Sterbehilfe nur logisch.


Viel schlimmer sind die Fälle, in denen der Patient keine Aussicht hat, das Bett je wieder zu verlassen, aber offenbar schmerzempfindlich und bei Bewusstsein ist (wenn er sich auch nicht mitteilen kann). Natürlich ist die Frage in diesem Fall sicher schwieriger zu beantworten, als im vorhergehenden Szenario. Aber ich denke, dass man sehr wohl objektiv beurteilen kann, dass ein Menschenleben dieser Art einfach nur die pure Qual ist. Ich könnte mir keinen Menschen vorstellen, der dann wirklich noch leben möchte. Selbst, wenn er die Ansicht hatte, dass das Leben heilig (o.Ä.) sei; in der Hölle ist nichts mehr heilig, auch nicht in der Hölle auf Erden.

In erster Linie hat also das zu gelten, was der Patient sich wünscht. Diesem Wunsch hat man meiner Ansicht nach ohne Ausnahme Folge zu leisten.
Kann der Patient seine Wünsche nicht mehr mitteilen, müssen ja die nächsten Verwandten mit entsprechender Vollmacht eine Entscheidung treffen. In diesem Fall bin ich der Ansicht, dass man durchaus über ein anderes Menschenleben entscheiden darf; ja, es in manchen Fällen sogar unbedingt sollte.

Wichtig: Wir reden hier selbstverständlich von terminal kranken Menschen, die ihrer Krankheit gewiss erliegen werden. Besteht eine Chance auf Heilung, kann von Sterbehilfe keine Rede sein.


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Sigi_2 Offline

Theophor


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13.08.2010 16:08
#4 RE: Sterbehilfe antworten

Meine Oma hatte vor ca. einem Monat einen Unfall bei ihr zu hause. Sie ist über ihre Hausstiege runtergefallen und liegt seit dem im Koma. Die Ärzte können nicht sagen, ob sie jemals wieder aufwachen wird, und wenn, ob sie überhaupt noch jemanden erkennt.

Ich bin meiner Oma zwar nicht sehr nahe gestanden, aber sollte sich diese Situation über einen Zeitraum von einigen Monaten geschweige denn Jahren hinziehen ... ich wüsste nicht was der richtige Augenblick ist, um sie von ihrem dasein zu erlösen, wenn es die Möglichkeit gäbe.

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Hitti Offline

Theophor


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13.08.2010 17:23
#5 RE: Sterbehilfe antworten

Naja, ein tiefes Koma ist ja insofern weniger problematisch, da der Betroffene selbst darunter meist nicht leidet. Sterbehilfe ist ja dafür gedacht, das Sterben zu erleichtern, das ansonsten langwierig und voller Schmerzen wäre. Wenn die Ärzte aber davon ausgehen, dass der Patient mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr aufwachen wird, wird Sterbehilfe natürlich oft auch in solchen Fällen von dem Bevollmächtigten in Betracht gezogen. Denn ob der Komatöse nicht vielleicht doch leidet, kann man nie ganz sicher sagen.

Tut mir Leid für deine Oma. Das is natürlich ne verdammt schwierige Situation, da die Ärzte sich ja (zurecht) auf der sicheren "Ich kanns ned sagen"-Seite halten.


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Sigi_2 Offline

Theophor


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13.08.2010 23:57
#6 RE: Sterbehilfe antworten

Naja ... sie hatte ein erfülltes Leben, 8 Kinder und wurde immerhin bis jez 86 Jahre alt.

Das blöde ist nur, sie steht am anfang einer Lungenentzündung ... sollte diese eintreten, heißt es ziemlich sicher Adios.

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Sigi_2 Offline

Theophor


Beiträge: 1.879
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23.08.2010 23:46
#7 RE: Sterbehilfe antworten

Also der Zustand meiner Oma hat sich in letzter Zeit erheblich verschlechtert, anscheinend sind laut Ärzten! (im Krankenhaus Vöcklabruck sind ja lauter Vollpfosten) sämtliche Hirnfunktionen abgestorben und sie wird nur mehr durch Maschinen am Leben erhalten.

Heute sind meine Onkel und Tanten und mein Dad zusammengekommen, um darüber zu entscheiden, ob die Maschinen abgeschaltet werden sollen oder nicht.

Ich bin schon ziemlich gespannt darauf, wie sie sich entschlossen haben, hoffe aber, dass die Maschinen abeschaltet werden.

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Sassa Offline

Theophor


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24.08.2010 12:47
#8 RE: Sterbehilfe antworten

Natürlich bin ich auch der Meinung, dass jeder Mensch über sein Leben voll und ganz verfügen darf.
Wenn ein Mensch schwer krank ist und nicht mehr leben möchte, dann muss dieser Wunsch erfüllt werden.

Was ist aber mit den Menschen, die bereits in der Kindheit ins Wachkoma fallen? Meist werden diese ihr "Leben" lang gepflegt. Man könnte sagen, sie leiden nicht, da sie es ohnehin nicht mitbekommen und versorgt werden. Hätte tatsächlich jemand das Recht, dieses Leben zu beenden? Ist es richtig, den Verwandten die Möglichkeit zu geben, sich von dieser Bürde zu trennen?

Andererseits gibt es Menschen, die nach jahrelangem Wachkoma wieder gesunden. An diese Hoffnung klammern sich ja die meisten, zumindest die erste Zeit.

Ich glaube nicht, dass jemand, der den Wunsch nach dem Tod nicht äußern kann, getötet werden sollte. Da käme man schnell wieder zu unwertem Leben und die Bandbreite könnte immer größer werden.


Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten.- Karl Kraus

Sassa Offline

Theophor


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24.08.2010 12:48
#9 RE: Sterbehilfe antworten

@Sigi: Das tut mir sehr leid für deine Familie. Muss schrecklich sein...


Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten.- Karl Kraus

Hitti Offline

Theophor


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24.08.2010 15:18
#10 RE: Sterbehilfe antworten

Zitat
Ich glaube nicht, dass jemand, der den Wunsch nach dem Tod nicht äußern kann, getötet werden sollte.


Extremes Beispiel:
Wenn jemand noch zwei Wochen zu leben hat und trotz hochdosiertem Morphium die ganze Nacht durschreit, muss der wirklich noch sagen, dass er sterben will? Ich denke eben (wie gesagt), dass es in den meisten Fällen ziemlich klar is. Das sind die Fälle, in denen jeder (!) Pfleger sagt: "Ich würd so beim besten Willen nicht mehr leben wollen.", während er seine Arbeit macht und das Wichtigste tut, um die Person noch am Leben zu halten. Das hab ich selbst so erlebt, selbst so empfunden, selbst so getan, jeden Tag, immer wieder.

Zitat
Hätte tatsächlich jemand das Recht, dieses Leben zu beenden?


Nein, natürlich nicht. Wenn das Kind aber offensichtlich mit starken Schmerzen leben muss (also in sehr seltenen Fällen), muss man sich fragen, ob man die Pflege eigentlich noch seinem Kind zuliebe macht, oder sich selbst zuliebe.

Zitat
Da käme man schnell wieder zu unwertem Leben und die Bandbreite könnte immer größer werden.


Stimmt, das is natürlich eine Gefahr. Deshalb sollte man Menschen grundsätzlich nicht töten lassen, und deshalb muten meine Gedanken zu diesem Thema auch so seltsam und ungewohnt, ja schlimm an. Ich weiß nur, dass es vernünftig wäre, dass es viel Leid auf dieser Welt beenden könnte, und zwar oft nicht nur beim Sterbenden. Ich weiß aber nicht, ob der Mensch das praktisch umsetzen könnte, ohne es als Anlass für schreckliche Dinge zu nehmen. Vielleicht muss das Töten jeglicher Art einfach verboten bleiben.


„Doch die Uhr, einst geschaffen, tickt nun unermüdlich und erbarmungslos.“

Sassa Offline

Theophor


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24.08.2010 15:29
#11 RE: Sterbehilfe antworten

Zitat
Wenn jemand noch zwei Wochen zu leben hat und trotz hochdosiertem Morphium die ganze Nacht durschreit, muss der wirklich noch sagen, dass er sterben will?


Ja, das denke ich. Wenn jemand, so wie ich, sehr stark am Leben hängt, dann muss es nicht unbedingt sein, dass der Tod so atraktiv erscheint. V.a. dann nicht, wenn, wie nach meiner Ansicht, nach dem Tod einfach nichts mehr kommt.
Nur weil du in so einer Sitution gerne sterben würdest, muss das nicht für andere gelten.
Darum wär ich eben dafür, dass der Mensch seinen Wunsch äußert. Wenn er das nicht kann, dann kann man ihn nicht einfach töten- und wenns nur 2 Wochen sind. Dann muss er eben 2 Wochen leiden.

Zitat
Wenn das Kind aber offensichtlich mit starken Schmerzen leben muss


So kann man nicht rechnen. Was sind starke Schmerzen, wie stark empfindet ein Mensch einen bestimmten Schmerz und wie bestimmt man diesen, falls der Mensch im Wachkoma liegt? Sicher, da gibt es bestimmt klinische Messmethoden, aber ich möchte nicht getötet werden, nur weil mein Schmerzzentrum stark aktiv ist. Ich möchte gefragt werden.

Am besten wär es wohl tatsächlich, das Töten allgemein zu verbieten, aber das is wohl schon zu spät.


Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten.- Karl Kraus

Hitti Offline

Theophor


Beiträge: 1.042
Punkte: 1.130

24.08.2010 15:43
#12 RE: Sterbehilfe antworten

Zitat
Ja, das denke ich. Wenn jemand, so wie ich, sehr stark am Leben hängt, dann muss es nicht unbedingt sein, dass der Tod so atraktiv erscheint. V.a. dann nicht, wenn, wie nach meiner Ansicht, nach dem Tod einfach nichts mehr kommt.


Was würde ein Mensch bei klarem Verstand sagen, wenn man ihm die Wahl lassen würde, zwischen zwei Wochen voller Qual und zwischen Erlösung? Was würde ein Mensch sagen, der diese Qualen gerade tatsächlich durchlebt, ohne Aussicht, in diesen zwei Wochen auch nur ein flüchtiges Gefühl des Glücks zu erfahren? Hast du jemals einen Menschen in so einer Situation gesehen?

Zitat
Nur weil du in so einer Sitution gerne sterben würdest, muss das nicht für andere gelten.


Ich denke, dass es Umstände gibt, in denen jeder Mensch sterben will. Auch, wenn er das vielleicht nicht glauben kann, während er sein Leben schmerzfrei und ohne Aussicht auf den baldigen Tod verbringt.

Zitat
Was sind starke Schmerzen, wie stark empfindet ein Mensch einen bestimmten Schmerz und wie bestimmt man diesen, falls der Mensch im Wachkoma liegt?


Ich sagte nicht, dass man das Kind dann töten sollte, sondern nur, dass man sich als Angehöriger oben erwähnte Frage stellen sollte.

Zitat
Ich möchte gefragt werden.


Ja, das will wohl jeder Mensch in einer derartigen Lage. Und wieviele davon, denkst du, wollen gefragt werden, um auch wirklich sicher gehen zu können, dass ihr Leid noch einige Zeit verlängert wird?

Edit: Ich weiß, wie angreifbar meine Ansicht is, und wie hart und furchtbar sie anmutet, wie schwer sie umgesetzt werden kann, weil keine klaren Grenzen gezogen werden können, und dass ich damit automatisch auf eine gewisse Art und Weise nicht im Recht sein kann. Doch wenn man sich selbst aus der Schlinge zieht, in dem man reinen Gewissens nur dann Sterbehilfe durchführt, wenn der Patient noch in der Lage is, den Wunsch danach zu äußern, macht man sichs sehr einfach und braucht sich nicht schlecht zu fühlen, während unzählige Menschen ihre letzten Tage bis zum Tod unter unsäglichen Schmerzen durchleiden.


„Doch die Uhr, einst geschaffen, tickt nun unermüdlich und erbarmungslos.“

Hitti Offline

Theophor


Beiträge: 1.042
Punkte: 1.130

24.08.2010 18:13
#13 RE: Sterbehilfe antworten

Mir is grad noch etwas eingefallen, bzgl. "es sich sehr leicht machen".
Am Beispiel unseres Patienten, der die nächsten zwei Wochen schreiend vor Schmerz verbringen soll:
Man muss eine Entscheidung fällen, eine Entscheidung zwischen Leben und Sterbehilfe. Deine Argument fürs Leben is, dass er uns nicht sagen kann, ob er wirklich sterben will. Doch kann er uns auch nicht sagen, ob er noch leben möchte, und das kann genau so schlecht ein Argument dafür sein, dass wir ihn sterben lassen. Nur, weil du glaubst, in so einer Situation noch leben zu wollen, muss das nicht für andere gelten.

Man wähnt sich nur scheinbar auf der sicheren Seite, wenn man sich gegen den Tod entschieden hat. Es scheint ja so, als hätte man nicht über das Leben der Person entschieden, weil man ja dazu nicht verpflichtet, oder gar moralisch berechtigt gewesen wäre. Doch das hat man, in jedem Fall, auch, wenn man gar nix getan hat. Fakt ist, dass man dem Patienten in jedem Falle die Entscheidung über sein Leben abnehmen musste, egal, ob man sich für A oder für B entschied.

Wenn man nichts tut, hat man ned das Gefühl, sich die Finger schmutzig gemacht zu haben, wird man ned von Schuldgefühlen geplagt. Ich frage mich, wieso nicht.
Weil man nur entscheidet, wenn man handelt?


„Doch die Uhr, einst geschaffen, tickt nun unermüdlich und erbarmungslos.“

stahlwollvieh Offline

Emofaggot


Beiträge: 2.155
Punkte: 2.203

24.08.2010 19:26
#14 RE: Sterbehilfe antworten

Nebenbei bemerkt finde ich's schon recht interessant, wie jeder Mensch krampfhaft am Leben erhalten wird, während bei Tieren auf einmal jeder Dahergelaufene zu wissen glaubt, wann man es erlösen muss...


"Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen."
-Friedrich Nietzsche

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