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Dieses Thema hat 7 Antworten
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 Philosophie
stahlwollvieh Offline

Emofaggot


Beiträge: 2.155
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17.02.2010 09:35
Kindeserziehung antworten

Bestimmt werden sich so ziemlich alle hier schon mal Gedanken darüber gemacht haben, ob sie einmal Kinder haben wollen oder nicht.
Zu welchen Ergebnissen seit ihr gekommen?
Und, viel wichtiger noch:
Habt ihr euch schon mal Gedanken darüber gemacht, wie ihr eure Kinder erziehen würdet?
Ich selbst zum Beispiel sehe mich hier vor einem Problem, das durch meinen Atheismus ausgelöst wird, oder vielmehr durch den weit verbreiteten Nicht-Atheismus der Mehrheit, selbst, wenn dieser oft nur auf dem Papier besteht.
Soll man als Atheist sein Kind atheistisch erziehen? Wäre das nicht unfair dem Kind gegenüber, dass dann immer wieder Außenseiter sein wird, gerade bei solchen "Großereignissen" wie Erstkommunion und Firmung?
Auf der anderen Seite: Soll man dem Kind einen Glauben aufzwingen, von dem man eigentlich nichts hält?
Und was soll man dem Kind antworten, sollte es in einem eher jungen Alter auf die Idee kommen, zu fragen was man eigentlich selbst glaubt?
Es wäre schon etwas eigenartig, dem Kind erklären zu müssen, dass man es über sagen wir mal 8 Jahre lang "angelogen" hat und ihm dann genau die Gründe darlegt, warum das, was man ihm die letzten Jahre beigebracht hat, alles Blödsinn ist.
Aber auch von Religion mal abgesehen:
Würdet ihr eure Kinder eher sehr autoritär erziehen und viel überwachen? Oder würdet ihr eher viele Freiheiten gewähren, selbst unter dem Risiko, dass es sich damit selbst schadet?
Würdet ihr euch daran orientieren, wie ihr selbst erzogen worden seid, oder seht ihr das eher als abschreckendes Beispiel?


"Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen."
-Friedrich Nietzsche

Hitti Offline

Theophor


Beiträge: 1.042
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17.02.2010 17:28
#2 RE: Kindeserziehung antworten

Ich würde eigentlich schon gern Kinder haben. Ich weiß aber net wirklich, ob es verantwortungsvoll is, meinen abartigen Samen auf diese Welt zu spritzen. Solls noch mehr von mir geben?^^

Dies alles hängt stark von der Partnerin ab. Allerdings kann man davon ausgehen, dass jede Nonne atheistisch werden würde, würde sie mit mir über längere Zeit zusammenleben. Dann würde ich mein Kind vermutlich trotzdem christlich erziehen, aus rein gesellschaftlichen Gründen. Ich werd dann ned grad beim Essen zu beten anfangen, aber Taufe, Erstkommunion und den ganzen Mist kanns schon haben. Daran stör ich mich ned, aber ich werd sicher ned der sein, der meinem Kind die Bibel in die Hand drückt. Man muss auch bedenken, dass besonders in der Volkschule ein äußerst religiöser Unterricht stattfindet (zumindest bei uns am Land). An der Gehirnwäsche wirds sowieso ned vorbeikommen, egal, obs nun getauft is, oder ned.
Ich hab kein Problem damit, religiöse Bräuche auszuleben. Ich bin auf dem Papier auch noch christlich, und das is halt einfach Heuchelei, um peinlichen Fragen aus dem Weg zu gehen. Sobald ich Kirchensteuer zahlen muss, bin ich weg davon.
Sagen wirs so: Man könnte nach meinem Tod ein total fromm-christliches Begräbnis machen, mit all den Dingen, die ich so hasse, und mir isses egal. (Auch dann, wenn ich vorher schon davon wüsste.) Wichtig is mir nur, dass man mich als den Kerl in Erinnerung behält, der an den ganzen Stumpfsinn ned geglaubt hat.

Gerade in der Kindeszeit kann man am meisten manipulieren. Ich werde daher in dieser Zeit auch nicht über meinen Atheismus sprechen, da dies eine ähnlich starke Beeinflussung wäre. Wenn es denn nun alt genug sein wird, um mir philosophische Fragen stellen zu können, wird es eine ehrliche Antwort erhalten.

Ob ich mein Kind eher autoritär erziehe oder ihm viel Freiraum lasse, hängt stark vom Kind selbst ab. Ich hatte meine ganze Jugend über enorme Freiheit, daher tendiere ich grundsätzlich auch eher zu dieser Methode. Selbstständigkeit lernt man eben am besten, wenn man selbst Entscheidungen trifft und selbst die Folgen zu tragen hat. Allgemein werde ich mich wohl sehr an meiner eigenen Erziehung orientieren, denn die war wirklich ziemlich nice.


Nicht Sieg sollte der Sinn einer Diskussion sein, sondern Gewinn.

(P.R.C) Offline

Theophor


Beiträge: 1.610
Punkte: 1.614

18.02.2010 17:16
#3 RE: Kindeserziehung antworten

hmm..darüber hab ich mir vor kurzem auch gedanken gemacht.

also wenn ich kinder hab werd ich die sicher ohne bekenntnis erziehen, also ohne jegliche religion. keine bibel in unserem haus, keine taufe, keine firmung, kein weihnachten, kein ostern, gar nix...und wenn dann die feste nur als rohe hülle um geschenke zu bekommen ohne jeglichen hintergrund, obwohl mir das auch heuchlerisch vorkommt, also keine feste. falls die was haben wollen was sinn macht sollen sie herkommen und sie kriegens, warum sollte man das auf einen tag im jahr beschränken?

Dass man durch Nichtteilnahme an Taufe, Firmung zum Außenseiter wird halte ich für ein ländliches "Problem" und da ich sicher mal in der Nähe bzw in der Stadt wohnen werde wo eher das Gegenteil der Fall ist, spielt das keine große Rolle.

Ich glaube ich würde mich auch an meiner eigenen Erziehung orientieren, da ich eigentlich nicht wirklich erzogen werden musste. Ich hab immer selbst gewusst wie ich was machen soll und was mir gut tut. Und das sieht man dann eh wie stark ein Kind erzogen werden muss. Wenn es, um neutral zu bleiben, reihenweise einfetzt sag ich halt mal dass es lernen muss und sowas... ;) aber eigentlich sau liberal...



Wir tanzen warm und brüderlich, doch warme Brüder sind wir nicht!

Kirk Offline

Theophor


Beiträge: 1.486
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20.02.2010 15:33
#4 RE: Kindeserziehung antworten

Ich will auch einmal Kinder haben, die ich, sofern meine Partnerin damit einverstanden ist, also das kommt bestimmt auch sehr auf sie an, auf keinen Fall taufen lassen will. So viel steht mal fest.
Ich will sie nicht in irgendeine Ecke drängen, aber grundsätzlich sollen sie den Islam als Religion ihrer Eltern, oder zumindest ihres Vaters kennen lernen. Dass heißt nicht, dass ich sie in die Moschee zerre, aber sie werden eben durch mich erfahren, dass es da eine Religion gibt und verschiedene Feste und Zeiten, wie etwa Ramadan, Bajram oder den Geburtstag des Gesandten. Und wenn sich mich mit zunehmendem Alter fragen, warum feiern wir das und wer ist dieser Allah, wer dieser Mohammad, von dem du manchmal sprichst, dann werden ich ihnen sagen wer sie sind und warum sie für mich wichtig sind.
Ich wurde auch vom Christentum beeinflusst, in der Schule darüber unterrichtet und, weil es nichts für mich war und ich mir nicht vorstellen konnte, dass es einen Gott gibt, bekannte ich schon mit 9 Jahren, dass ich ein Ungläubiger sei und kein Christ.
Ich glaube also, dass auch meine Kinder irgendwann zu verstehen geben werden, ob sie den Islam wollen oder nicht und, wenn sie dann erwachsen werden und tatsächlich wissen wovon sie reden sollen sie sich endgültig dafür oder dagegen entscheiden. Das ist dann ohnehin ihre Sache. Jedenfalls wird ihnen das Leben in Anwesenheit einer Religion nach meinem Erachten nicht schaden, weswegen ich sie grundsätzlich mal dem Islam beitreten sollen, also mit Beschneidung bei einem Buben und so weiter.

Meine Erziehung war bestimmt nicht schlecht, aber ich will, dass meine Kinder offener mit mir sprechen können, speziell wenn es um Themen wie Drogen geht, aber auch Philosophie mit den Sinnfragen und allem was dazugehört. Sie sollen bald genug wissen, dass ich ihnen nichts verbiete, sie nicht einschränken , sondern ihnen mit Rat und Beistand helfen will. Es sollte ganz einfach kein Respektverhältnis, sondern ein freundschaftliches Verhältnis zwischen uns sein. Vor allem wenn sie älter sind, sollen sie nicht denken, dass man mit mir "verklemmten Moralapostel" nicht offen über etwas reden kann.
Also da lässt sich, wie ich glaube, schon sehr gut herauslesen, dass ich meine Kinder eher demokratisch erziehen will.


"Jeden Abend starb ich! Und jeden Abend wurde ich wiedergeboren! Feierte Wiederauferstehung…"

stahlwollvieh Offline

Emofaggot


Beiträge: 2.155
Punkte: 2.203

20.02.2010 15:54
#5 RE: Kindeserziehung antworten

Zitat
warum feiern wir das und wer ist dieser Allah, wer dieser Mohammad, von dem du manchmal sprichst, dann werden ich ihnen sagen wer sie sind und warum sie für mich wichtig sind.


Zitat
weil es nichts für mich war und ich mir nicht vorstellen konnte, dass es einen Gott gibt, bekannte ich schon mit 9 Jahren, dass ich ein Ungläubiger sei und kein Christ.


O.o

Zitat
Sie sollen bald genug wissen, dass ich ihnen nichts verbiete, sie nicht einschränken , sondern ihnen mit Rat und Beistand helfen will. Es sollte ganz einfach kein Respektverhältnis, sondern ein freundschaftliches Verhältnis zwischen uns sein.

Ich glaube, dass das gar nicht so einfach ist. Gesagt ist es natürlich schnell mal, aber wenn du wirklich immer das Beste für deine Kinder willst, wirst du ws auch versuchen, sie von Sachen abzuhalten, die ihnen schaden könnten, ganz mal davon abgesehen, dass du als Erziehungsberechtigter selbst rechtlich belangt werden kannst, wenn deine Kinder Scheiße bauen...


"Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen."
-Friedrich Nietzsche

Kirk Offline

Theophor


Beiträge: 1.486
Punkte: 1.502

20.02.2010 19:53
#6 RE: Kindeserziehung antworten

Zitat
O.o


Ich habe meinen Irrutm erkannt und mich darauf besinnt, doch ein gläubiger Mensch zu werden, allerdings immer noch kein Christ, sondern eben Muslim!

Zitat
Ich glaube, dass das gar nicht so einfach ist. Gesagt ist es natürlich schnell mal, aber wenn du wirklich immer das Beste für deine Kinder willst, wirst du ws auch versuchen, sie von Sachen abzuhalten, die ihnen schaden könnten, ganz mal davon abgesehen, dass du als Erziehungsberechtigter selbst rechtlich belangt werden kannst, wenn deine Kinder Scheiße bauen...


Da hast du sicher recht, es wird bestimmt oft nicht leicht sein und nicht alles ist jedem Kind in jedem Alter zumutbar, aber mir ist einfach wichtig, dass ich keine unumstrittenen Verbote ausspreche, sondern, dass ich so früh wie möglich versuchen meinen Kindern die Welt, meine Ansichten und auch meine Gründe für eventuelle Verbote zu erklären und Argumente, wirklich schlüssige Argumente dafür vorzubringen und nicht gleich mit Strafen zu drohen.
Das ganze ist natürlich eine Vorstellung, wie ich es gern hätte. Dass es so funktioniert, ist nicht gesagt. Ich werde es hoffentlich selbst erfahren dürfen.


"Jeden Abend starb ich! Und jeden Abend wurde ich wiedergeboren! Feierte Wiederauferstehung…"

Hitti Offline

Theophor


Beiträge: 1.042
Punkte: 1.130

21.02.2010 13:43
#7 RE: Kindeserziehung antworten

Zitat
Ich habe meinen Irrutm erkannt und mich darauf besinnt, doch ein gläubiger Mensch zu werden, allerdings immer noch kein Christ, sondern eben Muslim!


Ich will hier nicht schon wieder eine Diskussion zur Gottesfrage vom Zaun brechen; aber woher willst du wissen, dass dies ein Irrtum von dir gewesen war? Es ist nicht böse gemeint, doch genau an solchen Phrasen erkennt man religiöse Menschen, da eben viele von ihnen meinen, klar zwischen Wahrheit und Irrtum unterscheiden zu können. Ich weiß eh, dass das bei dir nicht der Fall ist. Aber manchmal verwendest du eben sprachliche Wendungen, durch die mans glauben könnte.


Nicht Sieg sollte der Sinn einer Diskussion sein, sondern Gewinn.

Kirk Offline

Theophor


Beiträge: 1.486
Punkte: 1.502

21.02.2010 15:21
#8 RE: Kindeserziehung antworten

Zitat
Es ist nicht böse gemeint, doch genau an solchen Phrasen erkennt man religiöse Menschen, da eben viele von ihnen meinen, klar zwischen Wahrheit und Irrtum unterscheiden zu können. Ich weiß eh, dass das bei dir nicht der Fall ist. Aber manchmal verwendest du eben sprachliche Wendungen, durch die mans glauben könnte.


Weiß ich. Ich wollte auf Wollviehs etwas neckischen Vergleich zweier meiner Zitate nur ebenfalls provokant antworten. Mir ist die Wirkung dieser Aussage also durchaus bewusst. Auch wie ich mich selbst dadurch darstelle, aber sie muss halt in dem Kontext gelesen werden, dass ich Wollvieh damit ein wenig provozieren wollte.


"Jeden Abend starb ich! Und jeden Abend wurde ich wiedergeboren! Feierte Wiederauferstehung…"

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